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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Zwischen ABBA und Ramones

The Long Blondes

Obwohl in der britischen Presse jede Woche eine neue Sau als Hype durchs Dorf getrieben wird, hat man bei The Long Blondes den Eindruck, dass von ihnen etwas hängen bleiben wird. Sie verkörpern zwar auch die catchy Oberfläche des schnell konsumierbaren Wave-Pop mit Referenzen an Blondie und The Pret
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Obwohl in der britischen Presse jede Woche eine neue Sau als Hype durchs Dorf getrieben wird, hat man bei The Long Blondes den Eindruck, dass von ihnen etwas hängen bleiben wird. Sie verkörpern zwar auch die catchy Oberfläche des schnell konsumierbaren Wave-Pop mit Referenzen an Blondie und The Pretenders, doch dahinter steckt jede Menge Substanz. “Man kann schon sagen, dass wir etwas Erzieherisches haben”, erklärt Gitarrist Dorian Cox. Wie bitte, “erzieherisch”? Das klingt erst mal schlimmer, als es ist. In ihren Texten verarbeitet Sängerin Kate Jackson die Hölle des Erwachsenwerdens und rät weiblichen Teenagern, nicht den Klischees zu erliegen, die ihnen in den Modejournalen suggeriert werden. “Die Texte stehen in der Tradition von X-Ray Spex, den Slits, aber auch von Bands wie Sleater-Kinney. Sie sollen junge Frauen ermutigen, sie selbst zu sein und nicht einfach den Jungs hinterherzulaufen. Wir geben damit Erfahrungen aus unserer eigenen Jugend wieder. Von uns will nämlich ehrlich gesagt niemand wieder 20 sein. Es fühlt sich gut an, erwachsen zu sein.”

Trotz ihrer Punk-Referenzen werden die Long Blondes nicht müde, ABBA als großes Vorbild zu erwähnen: “Alles sehr starke Charaktere, deren Texte bei genauem Hinhören ernster sind, als man vermuten mag”, erläutert Dorian. Etwas haben sie tatsächlich mit ABBA gemeinsam: “Wir improvisieren nie, es sei denn, wir sind betrunken. Wir haben uns ja extra gegründet, weil wir die Bands satt waren, die stundenlang auf der Bühne rumdudeln. Bei uns geht es sofort zur Sache, ganz straff. Wie bei den Ramones.” Punk und Pop gehören für The Long Blondes eben untrennbar zusammen: “Ich wünschte mir, dass es wieder so sein könnte wie in den frühen 1980ern. Da gab es coole Pop-Bands wie ABC, und sie stellten keinen Widerspruch zum Punk dar.”