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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

»Ash & Ice«

The Kills

The Kills können doch mehr, als mit Harry Styles und Kate Moss in der front row abzuhängen. »Ash & Ice« ist zwar traditionsbewusst, aber sexy.
Geschrieben am
Kills-Gitarrist Jamie Hince ist immer für ein Rock-Rausch-Klischee gut. Das merkt man, wenn er die Geschichte hinter dem Albumtitel erzählt: Joint, sprich Asche, in der einen, Drink, mit Eis, in der anderen Hand. Und dann schrieb er sich »Ash & Ice« ins Notizbuch. Genial. So mögen wir das, echte Rockstars mit echten Lastern und wie Hince und Kollegin Alison Mosshart in Lederjacken und XS-Jeans gehüllt. Die visuelle Coolness überlagerte bei dem Duo in der Vergangenheit bisweilen die Musik. Man bekam sogar den Eindruck, dass sie einfach ein edgy Soundtrack sein könnte, den Hedi Slimane für eine Saint-Laurent-Show geordert hat. In den letzten Jahren musste Hinces Hand mehrfach operiert werden, deshalb die lange Pause nach der vorigen Platte. Sie ließ aber auch viel Raum für Gossip ohne musikalischen Erkenntnisgewinn: Ist der Gitarrist noch mit Kate Moss zusammen? Was zur Hölle macht Mosshart, diese Courtney-Love-meets-Kim-Gordon-Frontfrau, mit One-Direction-Jüngelchen Harry Styles als Toyboy in der front row? Und müssen Hince und Mosshart nicht vielleicht ein Album einspielen und auf Tour gehen, um Geld zu verdienen? Oder leben sie doch aus der Portokasse von Kate Moss?  Jetzt also wieder musikalischer Output, auch wenn das Ergebnis ambivalent ist. Im einen Moment denkt man: Toll, sie können es noch, etwa in »Siberian Nights«, in dem ein psychedelisches Intro von einem für Hince so typischen dringlichen Gitarrenriff abgelöst wird, bevor Mossharts rauer Gesang einschlägt: »For the doomed youth I’ve got a love. For the blue-eyed boys I got a love, for the cruel you I got a love.« Und wie schön auch dieser tiefgefühlt-reduzierte Underground-Sex-Appeal in »Doing It To Death« und »Heart Of A Dog« klingt. Bitte so weitermachen und nicht in einer Janis-Joplin-Soul-Ballade wie »Hum For Your Buzz« verlieren. Und bis zum nächsten Album nicht wieder ein halbes Jahrzehnt passieren lassen.

The Kills

Ash & Ice

Release: 03.06.2016

℗ 2016 Domino Recording Co Ltd

The Kills »Ash & Ice« Domino / GoodToGo / VÖ 03.06.16