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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

»Damage And Joy«

The Jesus And Mary Chain

Die legendären Krawallbrüder Jim und William Reid veröffentlichen ihr erstes Studioalbum seit fast 20 Jahren und machen darauf ohne Alterserscheinungen weiterhin Krach und unbeeindruckt da weiter, wo sie aufgehört haben.
Geschrieben am
Seit 2007 sind The Jesus And Mary Chain bereits wieder gemeinsam live unterwegs. Nun gehen sie den Weg, den schon andere Indie-Größen wie The Pixies gegangen sind, und legen Jahre nach ihrer Reunion auch endlich neue Songs nach. Der Überraschungsfaktor auf »Damage And Joy« tendiert zwar gegen Null, aber das war zu erwarten. Die Trilliarden von Epigonen aber, die sich in den letzten 30 Jahren erquicklich und ehrerbietig am Sound der Band bedient haben, würden dafür töten, solche Noise-Popsongs mit dieser Leichtigkeit und Coolness aus dem Ärmel schütteln zu können. Dass die meisten Drum-Beats, Gitarrenharmonien und Gesangsmelodien nur allzu bekannt klingen – geschenkt. Denn auch früher waren die Variationen bei JAMC eher geringfügig, aber es spielt eben keiner die drei Akkorde auf diese Art geiler. Soundtechnisch knüpft man direkt beim letzten Studioalbum »Munki« an, das 1998 das vorläufige Ende besiegelte. Mithilfe von Gastsängerinnen – darunter Isobel Campbell, Sky Ferreira und Reid-Schwester Linda Fox alias Sister Vanilla – gelingt es den Reid-Brüdern immer wieder, ihr liebeskrankes Rocker-Machismo mit zarten Momenten zu kontrastieren. Altersweisheit gibt’s hier nicht, man feiert die ewige Jugend. Liebe, Liebeskummer, Sex, Drugs und Rock’n’Roll und wie sich das alles bedingt – daraus waren seit dem Debüt »Psychocandy« alle JAMC-Songs gemacht, das gehört sich so. Da verzeiht man auch die Tatsache, dass die fünf stärksten Songs gleich am Anfang stehen und dass das Album etwas an Überlänge, manchen textlichen Banalitäten und zwei, drei schwächeren Songs leidet, während Songs wie »War On Peace« und »Sing For A Secret« wiederum alle Stärken der Band in sich bündeln.

The Jesus and Mary Chain

Damage and Joy

Release: 24.03.2017

℗ 2016 Artificial Plastic Records