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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

The Cost

The Frames

Es sei eine 70er-Folk-Platte, dem frühen Elton John nicht unähnlich, meldet Glen Hansard, Sänger jener irischen, dreifach Platin-gekrönten Truppe namens The Frames. Seit 1992 wurden sechs Alben aufgenommen, stetig bis zur Schmerzgrenze emotional performt, und trotzdem kennt man Hansard hierzulande w
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Es sei eine 70er-Folk-Platte, dem frühen Elton John nicht unähnlich, meldet Glen Hansard, Sänger jener irischen, dreifach Platin-gekrönten Truppe namens The Frames. Seit 1992 wurden sechs Alben aufgenommen, stetig bis zur Schmerzgrenze emotional performt, und trotzdem kennt man Hansard hierzulande weniger als Frontmann der Frames, sondern eher als rothaarigen Outspan Foster in Alan Parkers Film „The Commitments“. Vielleicht ist die seltsam starke Verwurzelung in Irland ein Grund für ihren Erfolg ebendort. Im Gegensatz zu dem von dEUS-Mann Craig Ward und Steve Albini eher zurückhaltend produzierten Meilenstein „For The Birds“ aus dem Jahre 2000 wirkt „The Cost“ durchweg bombastisch, weit entfernt von jeglichem Understatement. Ein Rock-Epos geradezu, dessen natürlicher Lebensraum nicht der Club, sondern das Stadion ist. Trotzdem gibt es in guten Momenten so etwas wie Intimität. Randy Newmans „Baltimore“ sei als Hörbeispiel für so etwas wärmstens empfohlen. Doch so leicht lassen sich The Frames nicht einordnen, denn es ist noch einiges mehr darin enthalten. Das lakonische Gemurmel eines Kurt Wagner, die Gelassenheit der Tindersticks, die Songwriter-Genialität eines Ben Gibbard. Dann wieder aufschneiderisch-übertriebene Streicherarrangements, Bühnenfeuerwerk, Bombast, Hall und Rauch, bis schließlich das versöhnliche „Bad Bone“ eine seltsame Gefühlszusammenfassung am Ende des Albums gibt, und damit wären 44 Minuten Stimmungsschwankungen allererster Kajüte glücklich überstanden.