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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Reformation Post TLC

The Fall

Pop heißt doch auch mal was erklären: Also, The Fall machen so eine Art abgefahrenen Wave Rock, zum Teil ziemlich genial. Die Band gibt’s seit 30 Jahren (ihre Plattenfirma ist sogar der irrigen Annahme, es wären 40). Sie haben schon 26 Platten gemacht, in der aktuellen Besetzung aber ist diese hie
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Pop heißt doch auch mal was erklären: Also, The Fall machen so eine Art abgefahrenen Wave Rock, zum Teil ziemlich genial. Die Band gibt’s seit 30 Jahren (ihre Plattenfirma ist sogar der irrigen Annahme, es wären 40). Sie haben schon 26 Platten gemacht, in der aktuellen Besetzung aber ist diese hier die erste. Das hört man auch. Die Platte klingt wie ein Demo, Begriffe wie „tight“ und „groovy“ hat man im Zusammenhang mit The Fall ohnehin lange nicht mehr gehört. Der Großteil der Band stammt aus Amerika, nur Mastermind Mark Edward (Manchester) und Keyboarderin Elenor (Berlin) nicht. Kernthema der LP ist, wie der Titel bereits andeutet, die Wiedervereinigung von alten, abgehalfterten Bands (aus Manchester), was vor allem in „Reformation!“ und „The Usher“ – zwei der besten Songs – abgearbeitet wird. In Letzterem erzählt der Sänger im Plattenbusiness-Slang, sodass das Stück an den alten Fall-Song „Dr. Buck’s Letter“ und an die Smiths-Nummer „Paint A Vulgar Picture“ erinnert. Das beste Lied der Platte singt aber Elenor, „The Wright Stuff“, das von „Ich bin ein Star, holt mich hier raus“ handelt. Ein Thema, das man nicht erwartet hätte, aber Smith muss wohl verarbeiten, dass er als Johnny-Rotten-Ersatz für das englische Dschungel-Camp angefragt war. Fair enough. Leider gibt’s auch Längen: Ende der Neunziger hatten sie schon mal eine Phase, wo nicht ausreichend Songs für eine gute Platte existierten, auch diesmal müssen sie mit zehn Minuten „Das Boat“, zwei Versionen des gleichen Songs oder einem Extra-Outro Zeit und IDs schinden. Wäre gar nicht nötig gewesen, denn ansonsten ist die Platte wirklich gut. Smith bringt übrigens demnächst noch ein paar Songs auf Platten von Inspiral Carpets und Von Südenfed (Mouse-On-Mars-Ableger) raus. Könnte auch spannend werden.