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The Silent War ...

The Drapes

Auf den ersten Blick klingen THE DRAPES nicht besonders aufregend, denn bei „The Silent War ...' handelt es sich um ein weiteres melodisches Punkrockalbum, und das ist ja nichts Tolles mehr. Aber diese Platte ist anders als ein Großteil der Bands, die mir in letzter Zeit zu Gehör gekommen sind, und
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Autor: intro.de

Auf den ersten Blick klingen THE DRAPES nicht besonders aufregend, denn bei „The Silent War ...' handelt es sich um ein weiteres melodisches Punkrockalbum, und das ist ja nichts Tolles mehr. Aber diese Platte ist anders als ein Großteil der Bands, die mir in letzter Zeit zu Gehör gekommen sind, und hat sich nach mehrmaligem Genuß als eine Art Mistkratzer unter den meist langweiligen, weil arg polierten Funbands herausgestellt. Hier ist es mehr als nur billiger Spaß. THE DRAPES haben irgendwie den Punk und benutzen ihn nicht lediglich als Forum für eine x-beliebige Botschaft. Das Ganze beginnt beim Sound. Statt gebügeltem California-Sound gibt es bei den vieren aus Portland den Rocksiff, ohne gleich im Sumpf zu landen, und die zum Großteil im Uptempobereich angesiedelten fünfzehn Stücke kommen immer wieder mit gezügelteren Fußzucktmit-Passagen. Ich glaube, das ist der Punkt. Statt auf unzählige Breaks und Tempowechsel setzen THE DRAPES auf coole Gitarrenteile und unprätentiöse Melodien, aber vor allem überzeugen sie durch fähiges Songwriting. Hier wirkt alles wie aus einem Guß. Durch den teils sogar vierstimmigen Gesang wird es nicht selten ausgesprochen hymnisch, wobei die „in Falten Gelegten' aus Portland wahrscheinlich eh um Leadsänger Nate Cameron beneidet werden dürfen, der die Wehmut in seiner Stimme mit Löffeln gefressen zu haben scheint. Dazu kommen die von einer ausgeprägten Losermentalität bestimmten und dadurch sehr sympathischen Lyrics, die weitab von irgendwelchen sattsam bekannten Parolen anzusiedeln sind. All das läßt diese Platte zu einem kleinen Juwelchen werden, das man mag und mit dem man bei halbgeöffnetem Fenster in den Sonnenuntergang fahren will.