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Universal Audio

The Delgados

Wenn ich an die Delgados denke, denke ich immer daran, wie maßlos mich das letzte Looper-Album enttäuscht hat. Obwohl deren vorhergehenden EPs doch so nett waren. Das Album war dann aber so enttäuschend, dass es das zeitnah erscheinende letzte Delgados-Album ›Hate‹ fast mit in die Tiefe gerissen hät
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Wenn ich an die Delgados denke, denke ich immer daran, wie maßlos mich das letzte Looper-Album enttäuscht hat. Obwohl deren vorhergehenden EPs doch so nett waren. Das Album war dann aber so enttäuschend, dass es das zeitnah erscheinende letzte Delgados-Album ›Hate‹ fast mit in die Tiefe gerissen hätte. Dabei war ›Hate‹ nicht schlecht, hatte nur nicht diese emotional mitreißende Wirkung auf mich wie noch sein Vorgänger ›The Great Eastern‹. Ansonsten haben diese Bands nicht viel gemein, nur noch, dass sie beide aus Schottland kommen. Auf ein neues Looper-Album warte ich seitdem mit einem zwiespältigen Gefühl, die neue Delgados-Platte liegt nun in meinem CD-Player, und ich habe durch sie das alte, euphorisierende Delgados-Gefühl zurückbekommen. Denn es wird wieder klar: Niemand schreibt bessere gerade Popsongs unter ausschließlicher Nutzung von ordinärer Rock-Instrumentierung und ohne große Gitarren-Eskapaden. Außer Teenage Fanclub, vielleicht. Auf dieser Platte gibt es wieder einige dieser Momente, auf die ich immer so reagiere, dass ich »Och Gott« stoßseufze und meine Hände vors Gesicht schlage. Andere reagieren anders, etwa mit Kniefällen, aber das Gefühl kennt jeder. Das Nonplusultra ist hier wieder der von Song zu Song wechselnde Gesang, mal von Alun Woodward, mal von Emma Pollock intoniert. Der Typ von der Plattenfirma schreibt in der Info großkotzig, ›Universal Audio‹ sei die »Platte des Jahres 2004«. Aber er ist so ein Typ, den man noch in versifften Punk-Clubs auf piefigen Indierock-Konzerten trifft. Ich glaube, er liebt Musik. Also darf man ihm glauben. In meinen Jahrescharts wird ›Universal Audio‹ jedenfalls sicher vertreten sein.