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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Men's Needs, Women's Needs, Whatever

The Cribs

Euphorie und Knarz bleiben die Hauptzutaten einer Cribs-Platte. Nur muss man diesmal noch einen Schuss Namedropping addieren. Immerhin stand hier nicht nur Ferdinand Franzens Alex Kapranos als Produzent an den Reglern, sondern auch Lee Ranaldo von Sonic Youth am Mikro. Der raunt bei "Be Safe" ein he
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Euphorie und Knarz bleiben die Hauptzutaten einer Cribs-Platte. Nur muss man diesmal noch einen Schuss Namedropping addieren. Immerhin stand hier nicht nur Ferdinand Franzens Alex Kapranos als Produzent an den Reglern, sondern auch Lee Ranaldo von Sonic Youth am Mikro. Der raunt bei "Be Safe" ein herrlich mies gelauntes Gedicht vor sich hin, während die Cribs Gitarre und Bass bearbeiten und den gegrölten Refrain beisteuern. Dieser Track ist ihr Meisterwerk, und vielleicht ist es bezeichnend, dass ein außen stehender Künstler den Hauptanteil daran für sich beanspruchen kann. Nicht, dass man die Drillinge aus Wakefield, West Yorkeshire als unoriginell abwatschen sollte. Ihr angetrunkener, zynischer Punkpop ist passgenau geschneidert und reißt einen bei Tanzlaune gleich vom Pub-Hocker.

Dennoch verlaufen die Songs zu oft nach Schema Cribs. Schlagzeugpoltern, Gitarrenknarz in tanzbare Melodien gehackt und der Refrain zum Unter-die-Arme-Greifen. Das haben sie drauf, das wissen wir bei Album Nummer drei. Aber es sind gerade die stilistischen Ausbrüche wie besagtes "Be Safe" oder die Ballade "Shoot The Poets", die schmerzhaft zeigen: Verdammt, die könnten ja sogar noch mehr! Anyway, ihr Major-Debüt dürfte den Durchbruch klarmachen, und dann heißt's: Rückgrat zeigen.