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Melodrama

The Crash

Ja, genau, von denen haben sich eBay den quirligen Song für die Fernsehwerbung ersteigert. Und weil er so schön ist, gibt es den Titel ›Star‹ vom vor zwei Jahren erschienenen Album ›Wildlife‹ hier noch einmal als Dreingabe. Aufmerksamkeit ist The Crash also gewiss, die mit ›Melodrama‹ nun ein Poesie
Geschrieben am

Autor: Müller

Ja, genau, von denen haben sich eBay den quirligen Song für die Fernsehwerbung ersteigert. Und weil er so schön ist, gibt es den Titel ›Star‹ vom vor zwei Jahren erschienenen Album ›Wildlife‹ hier noch einmal als Dreingabe. Aufmerksamkeit ist The Crash also gewiss, die mit ›Melodrama‹ nun ein Poesiealbum voller Glitzerbildchen, Fake-Soul und neonfarbenem Marshmallow-Pop aufblättern, dass Harmonie-Allergiker aus dem Husten gar nicht mehr herauskommen. Anders als bei ›Star‹ und früheren Produkten zieht sich Teemu Brunilas Gesang hier fast ganz auf das mürbe Säuseln, Raunzen und Krähen eines erkälteten Schuljungen zurück, der diesen Kopfsprung ins Seichte moderiert. Dass sich dabei niemand den Hals bricht, ist umso erstaunlicher, da Synthies wiederholt das Klangbild mit gruseligen Assoziationen spicken: ›It’s Contagious‹ rockt deutlich an einer Wand lang, an der einst Europe-, Van-Halen- und Toto-Poster hingen. An anderer Stelle verstärken sie die naive Sentimentalität, die Brunilas unablässige Niedlichkeit in die Songs pumpt, und verdichten diese in opulentem Disco-Kitsch. So viel hochdosierte Süße läuft Gefahr, eine gewisse Mattigkeit (oder gar Ekel) hervorzurufen. Doch dagegen stemmen sich lauter bestrickende Melodien. Die Zwiespältigkeit bleibt, aber die Schönheit auch.