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The Courage Of Others

Midlake

Midlake sind unerwartet klassischer und opulenter geworden, halten aber famos ihre Klasse.
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Midlake sind unerwartet klassischer und opulenter geworden, halten aber famos ihre Klasse.

Es ist ein Kreuz mit dem Druck hoher Erwartungshaltung, sowohl für Musiker als auch für Fans. Ein weiteres Beispiel: Midlake. Als die texanische Band 2006 mit ihrem Zweitwerk "The Trials Of Van Occupanther" erstmals auch hierzulande an der Oberfläche erschien, entwickelte sich die Platte zu einem wahren Grower mit immer mehr hingebungsvollen Fans.

Die Platte war in ihrem fantasievollen und breit angelegten Folk so wundersam wie stimmungsvoll und besaß mit "Roscoe" sogar den Hit des Jahres vieler, die ihre Melancholie gerne pflegen lassen. Midlake avancierten zu einer Lieblingsband der Nerds und Addicts, und schon bald verlangten diese nach neuem Stoff. Die Band ließ sich eine Menge Zeit, und "The Courage Of Others" lässt zumindest vermuten, dass sie sich mit der neuen Aufgabenstellung schwergetan hat. Denn die Platte klingt im Vergleich zu ihrer Vorgängerin nicht ganz so schlank, smart und vielseitig. Midlake haben sich noch tiefer in die klassischen Spielarten ihrer Vorbilder wie Fleetwood Mac, Crosby, Stills & Nash oder Fairport Convention vergraben und klingen dadurch opulenter, aber auch etwas eindimensionaler. Schlecht ist die Platte dadurch aber noch lange nicht, die Band beweist erneut ihre ganz besonderen Qualitäten, etwa in ihren Arrangements oder durch den Gesang Tim Smiths. Sie ist bloß nicht der ganz große Wurf, den viele Midlake-Fans erhofften. Aber das ist wahrscheinlich wieder nur diesen elend übersteigerten Erwartungshaltungen geschuldet.