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So war’s: Psychedelisches Comeback der Unterschätzten

The Coral live in Köln

Nach einigen personellen Umstellungen meldet sich eine der unterschätzteren englischen Bands zurück. Nach 15 Jahren haben sich die Musiker um Sänger James Skelly noch einmal ein Stück weit neu erfunden. 
Geschrieben am
09.04.2016,Luxor,Köln

Kurze Rückblende: Zu Beginn der Nuller-Jahre führten The Coral  gemeinsam mit The Libertines den damals entfachten Indie-Rock-Hype auf der britischen Insel an, veröffentlichten in schneller Folge und waren schnurstracks an einem Punkt der Sperrigkeit, bevor sich ein kommerzieller Erfolg überhaupt einstellen konnte. Ab da gab es Narrenfreiheit und weniger Erwartungsdruck, der stilprägende Gitarrist Bill Ryder Jones setzte sich ab, der Stil änderte sich.

Das neue Album »Distance Inbetween« wird nun im Kölner Luxor zunächst ausführlich vorgestellt. Und es nimmt definitiv eine Sonderstellung in der Diskografie der Musiker ein. Es ist härter, groovelastiger, dichter und eigensinniger als alles, was The Coral bisher veröffentlicht haben. Live geraten die Stücke ungemein druckvoll und bedrohlich. Für die atmosphärische Abrundung sorgen psychedelische Lichtspiele und man wird in einen traumartigen Kosmos hineingezogen, aus dem es kein Entrinnen mehr gibt. Nach einer halben Stunde zieht die zwar wortkarge aber sichtlich gelöst wirkende Band die Klassikerkarte. Was auffällt: Übe die Jahre hat die Gruppe einige Mini-Hits angesammelt, was für eine Gitarrenband in der heutigen Zeit per se schon zu einer Sonderstellung führt. »Pass It On«, »Don’t Think You’re The First«, »Simon Diamond«, »In The Morning«, »Dreaming Of You» – allesamt zeitlose Stücke, die bleiben werden. 

Ob der Support Blossoms das Erbe weiterführt bleibt abzuwarten. Die junge Band aus Manchester hat Aura und Pop-Appeal, aber die ewigen Boy-Meets-Girl-Szenarien in den Texten geraten dann doch recht harmlos. Der NME hat indes aber schon zum großen Hype ausgerufen. Das Debütalbum soll Ende 2016 folgen. 

Weiter zum Hauptact: Sänger James Skelly lächelt unter seinem Hut immer verschmitzter, die Band tauscht anerkennende Blicke. Zum Highlight avanciert »Goodbye« vom Debüt, dass die Band genüsslich auf rund 10 Minuten ausdehnt. Mit »Fear Machine« vom neuen Album gibt es einen fast schon hartrockartigen Abschluss. The Coral zeigen sich 2016 so vital wie nie zuvor.

The Coral

Distance Inbetween

Release: 04.03.2016

℗ 2016 Ignition Records Ltd