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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Magic And Medicine

The Coral

Eigene Wege zu verfolgen ist ja im Musikgeschäft heutzutage keine Tugend mehr. Wohl deshalb fällt die Musik von The Coral so sehr aus dem Rahmen, denn auch von ihrem zweiten Album erschallen Geräusche, die sind so unmodern wie nur was. Als hätten sich Scott Walker und Badly Drawn Boy die Instrumente
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Eigene Wege zu verfolgen ist ja im Musikgeschäft heutzutage keine Tugend mehr. Wohl deshalb fällt die Musik von The Coral so sehr aus dem Rahmen, denn auch von ihrem zweiten Album erschallen Geräusche, die sind so unmodern wie nur was. Als hätten sich Scott Walker und Badly Drawn Boy die Instrumente von Barclay James Harvest geliehen und dabei noch The La’s als Backingband engagiert – um mal ein Potpourri an Referenzen aufzufahren. Oder auch: liebenswerte und manchmal melancholisch-düstere Popsongs im Gewand eines pittoresk-folkigen Merseybeat. Oder so. Das (immer noch verdammt junge) Sextett aus Hoyalake, Merseyside macht seine Sache dabei ungemein gut. Vor allem die Liebe zum Detail sticht hervor, die sich so gar nicht mit dem Gebolze unserer Zeit verträgt. Aber auch in die oft gezogene Songwriter-Antiheld-Schublade passen sie nicht, denn The Coral sind, ganz abgesehen von ihren tatsächlichen Erfolgen, virtuelle Helden. Helden eines Nouvelle-Vague-Films, der nie gedreht wurde, Helden eines Weges in eine parallele Welt, in der anscheinend vieles einfacher ist. Dort kann man ohne Weiteres anders klingen, denn Pluralität stört dort niemanden. Und vielleicht ist diese Welt auch gar nicht so weit weg.