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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

»Nosebleed Weekend«

The Coathangers

Garagenrock, Tattoos, Doo Wop und coole Klamotten – das Trio aus Atlanta festigt seinen Retro-Gegenentwurf zum maskulinen Screamo-Gerocke.
Geschrieben am
Ob der holprige Dilettantismus im souligen Garagenrock-Sound der Coathangers wohl kalkulierte Ironie oder punkige Talentfreiheit ausdrücken soll? Festgehalten wurde ihr viertes Album im Valentine Studio in Hollywood, welches die letzten 30 Jahre geschlossen war und optisch wie klanglich eine echte Zeitreise darstellt – was also eher für ironische Style-Aspekte spricht. Zudem legt »Nosebleed Weekend« eine mehrheitlich mitreißende und rockige Auswahl an knirschenden Hüftwacklern hin, sodass man sich unbeschwert in die swinging Sixties zurückreißen lassen kann. Die rumpeligen Arrangements und die klangliche Schlichtheit reihen sich bei der 1960er-Punk-Wehmut von Sampler-Reihen wie »Back From The Grave« oder Nischen-Rock’n’Roll-Plattenlabels wie Crypt und Estrus ein. Für eine Verbandlung mit dieser Subkultur dürften die drei Coathangers – zumindest in ihrer Heimat USA – allerdings schon wieder zu hip sein. Für alle glattproduzierten Digitalaufnahmen der Neuzeit ist dieses Album ein krachender Schlag ins Gesicht, jedoch einer, der mit viel Charme, fröhlichen Chorgesängen und bescheidener Zufriedenheit ausklingt.

The Coathangers

Nosebleed Weekend

Release: 15.04.2016

℗ 2016 Suicide Squeeze Records

The Coathangers »Nosebleed Weekend« Suicide Squeeze / Cargo / VÖ 15.04.16