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A Question Of Temperature

The Chris Stamey Experience

Was haben Alex Chilton, Le Tigre, Whiskeytown, Sue Garner und Yo La Tengo gemeinsam? Okay, war nicht schwer, die Antwort auf dieses rhetorische Quiz muss „Chris Stamey“ lauten. Dieser legt nun ein weiteres Soloalbum vor, das Pop und Noise verbindet. Die Songs klingen unglaublich nach klassischem 60s
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Was haben Alex Chilton, Le Tigre, Whiskeytown, Sue Garner und Yo La Tengo gemeinsam? Okay, war nicht schwer, die Antwort auf dieses rhetorische Quiz muss „Chris Stamey“ lauten. Dieser legt nun ein weiteres Soloalbum vor, das Pop und Noise verbindet. Die Songs klingen unglaublich nach klassischem 60s-Songwriting. Und, na ja, zwei Songs stammen auch aus dieser Zeit. Namentlich „Shapes Of Things“ von den Yardbirds und „Politician“ von Cream. Und auch sonst covert sich Stamey durch die Musikgeschichte, macht Halt bei Television und Stopp bei Gene McDaniels sowie der eher unbekannten Tift Merritt. Unterstützt wird er dabei von Yo La Tengo, und so läge ja die Vermutung nahe, dass „The Summer Sun“ auf dieser Platte ebenfalls ein Cover ist. Aber Kenner wissen’s schon jetzt: Auch wenn das Album so hieß, ein Lied mit diesem Namen gab es nicht. Kenner der Diskografie des ehemaligen dB-Sängers Stamey dagegen erheben Einspruch und verweisen auf eine Solo-Single aus dem Jahre 77 und behalten Recht: Gerade dieser Song hält, was der Titel verspricht, und erinnert in Arrangement und Gitarreneinsatz an eine etwas lärmigere Version eines Meetings der Beach Boys mit den Ventures. Und dann werden Yo La Tengo doch zitiert, wenn mal eben beim Hidden-Alternate-Take von „The Summer Sun“ das Klavier von „Georgia Vs. Yo La Tengo“ vom letzten Album des Hobokener Trios aufgegriffen wird. Eigentlich nahezu das gesamte Arrangement. Und nicht nur das wird den YLT-Fans diese Platte schmackhaft machen. Wer nämlich – wie ich – auf die Feedback-Gitarrenorgien von Ira stand, die auf den letzten beiden Alben kaum bis gar nicht zu finden waren, der wird hier seine Freude haben. So tragen Stücke wie „Compared To What“, „McCauley Street“ oder „Conspiracy Theory“ eindeutig die Handschrift des Trios. Doch aufgepasst, hier handelt es sich trotz allen Einflusses von Yo La Tengo um ein eigenständiges Werk, nämlich eins von Chris Stamey. Und der macht 60s-Rock, Beat, Noise, ein wenig Psychedelic, klingt mal nach Beach Boys, mal nach Badly Drawn Boy oder Byrds und vor allem nach guter Musik!