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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

»Ghost Alive«

The Boxer Rebellion

Akustische Seelenwaschung in Reinform: Das sechste Album der Kritiker-Lieblinge sollte endlich dazu beitragen, dass The Boxer Rebellion ebendiesem Status entwachsen.

Geschrieben am

Man kann The Boxer Rebellion wirklich nichts vorwerfen: Kein Album klingt bei den Briten wie das andere. Zuletzt entdeckten Nathan Nicholson und seine Band den Synthesizer für sich, nur um ihn mit »Ghost Alive« gleich wieder einzumotten. Der hochemotionale Indie-Pop der Londoner erfährt nun eher ein Downgrade und präsentiert sich auf dem sechsten Album reduziert und kathartisch wie nie.

Das sonst vor Opulenz nur so strahlende Songwriting Nicholsons wurde gegen ein immenses Maß an Direktheit eingetauscht, seine glasklare, immer so unvergleichlich verwundbare und gleichzeitig kraftvolle Stimme erklingt nun über akustischen Gitarren und Streichern weit intimer als sonst. Wer zu »Here I Am«, auf dem ein Vater den toten Körper seiner Tochter zu Grabe trägt (eine autobiografisch geprägte Story Nicholsons, dessen Kind im Leib der Mutter starb), nicht weint, hat kein Herz. Hier sind The Boxer Rebellion plötzlich sogar Sigur Rós ganz nahe. »Ghost Alive« ist ihr bestes Album seit Jahren und wirft abermals die Frage auf, warum diese Band nicht längst Headliner auf den ganz großen Festivals ist.

The Boxer Rebellion

Ghost Alive

Release: 09.03.2018

℗ 2018 Absentee Recordings