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Singer

The Besties

Eine New Yorker Traumfabrik in schweren Zeiten. Die Weihnachtsplätzchen sind verdaut, der Hüftspeck ist gewachsen, und die Laune hält sich auch 2006 in Grenzen. Engelschöre und André Rieu sind hoffentlich wieder auf dem Rückweg ins Jenseits. Endlich wieder Zeit, sich der wahren Musik zu widmen und d
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Eine New Yorker Traumfabrik in schweren Zeiten. Die Weihnachtsplätzchen sind verdaut, der Hüftspeck ist gewachsen, und die Laune hält sich auch 2006 in Grenzen. Engelschöre und André Rieu sind hoffentlich wieder auf dem Rückweg ins Jenseits. Endlich wieder Zeit, sich der wahren Musik zu widmen und die Schönheit des Pop neu zu entdecken. The Besties aus Brooklyn, New York sind mein erster ernst gemeinter Vorsatz in diesem neuen Jahr. Eben noch im Schlafzimmer in einen Kassettenrecorder gesungen, fleißig auf Vierspur aufgenommen, und schon erscheint mit "Singer" das Debüt des sympathischen Trios. Nicht nur der Albumtitel zeigt dabei eine charmante Schlichtheit, auch die Trackliste liest sich wunderbar freundlich: "Prison Song", "Western Song" oder "Privat Song" befreien einen von winterlichen Depressionen und Feiertags-Verstopfungen. Erzählen von verbotener Liebe, Weltall-Fantasien und dem Zombie-Liebhaber ("Zombie Song"). Zuckersüße Popmelodien mit Keyboard-Klängen begleiten die Fernbeziehung in den hohen Norden ("Sweden Song"). Marisa, Kelly und Rikky bringen neuen Glanz in deine Hütte. Märchenhaft liest sich ihre Biografie. Zwei Damen und ein junger Mann leben gemeinsam in einer alten Strickfabrik in Brooklyn, idyllischer kann ein Bandleben wohl nicht sein. Hier schreiben sie ihre wunderbaren Songs - ohne Schlagzeuger, nur mit Keyboard (plus Keyboard-Drums) und Gesang. Der Mann rockt die Gitarre. Sonntags backen sie sich dann gegenseitig leckere Pfannkuchen, und fertig ist die harmonische Punkrock-Attitüde, eingebettet in einen niedlichen Bubblegum-Hit-Party-Cake. Einige nennen es Indiepop, andere "A New Generation Of Twee Pop", wiederum andere würden sie in die Antifolk-Schublade zu Bands wie Pantsuit stecken. The Besties selbst bezeichnen ihre Melodien schlicht als Punkrock. Egal, wie man sich zu ihrer Musik bewegt, ob stylish den Popo wackelnd in der Indiespießer-Diskothek oder pogend im vergammelten Jugendzentrum: Die zwei Mädels und den jungen Mann sollte man sich jedenfalls nicht entgehen lassen. Pünktlich zum Valentinstag erscheint "Singer", und eine bessere Alternative zum Lebensabschnittsgefährten kann ich mir im Moment nicht vorstellen. "Like A Polka-Dot Dress Came To Life And Started Playing The Keyboard".