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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Not Quite Me

Tess Wiley

»Che bella voce«, rief Enrico Caruso aus, als er die Operndiva Lotte Lehmann zum ersten Mal hörte. Auch der Sängerin Tess Wiley eine schöne Stimme zu bescheinigen fällt nach dem Hören ihrer CD ›Not Quite Me‹ nicht schwer. Klar, der Begriff schön ist dehnbar und interpretierbar. Daher ist der Eind
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»Che bella voce«, rief Enrico Caruso aus, als er die Operndiva Lotte Lehmann zum ersten Mal hörte. Auch der Sängerin Tess Wiley eine schöne Stimme zu bescheinigen fällt nach dem Hören ihrer CD ›Not Quite Me‹ nicht schwer. Klar, der Begriff schön ist dehnbar und interpretierbar. Daher ist der Eindruck schönen Gesangs bei Wiley gewiss individuell. Die Sängerin (von Six Pence Non The Richer) aus Houston in Texas balanciert schwerelos und sicher durch die Wellen breit gefächerter Folkrock- und Songwriter-Szenen. Begleitet überwiegend von deutschen Musikern, nahm Wiley ihr drittes Album unter eigenem Namen zu Hause, im Übungsraum und in Gießen in The American Etage auf. Der Zeiten- und Ortswechsel von der Neuen Welt ins alte Europa schadete ihr offenkundig nicht. Ihre Musik klingt immer noch sehr amerikanisch: etwas Pop zwischen die folkloristischen Elemente gestreut, eine zarte Melancholie in den Texten verarbeitet. Eine Menge Streicher sind zu hören, die Tess Wiley vorsichtig illustrierend einsetzt. Auf dem schmalen Grat zwischen Genie und Kitsch sind diese süßeren Passagen gerade noch akzeptabel. Am besten klingt Wiley bei den akustisch begleiteten Songs, die sowohl ihr Gitarrenspiel als auch ihre (schöne!) Stimme ins positive Licht rücken.