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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

»Ad Infinitum«

Telekinesis

Was macht einer aus der Indie-Garage, der von Power-Pop genug hat? Er verliebt sich in Beats und Keyboards und reinkarniert als Synthie-Popper.
Geschrieben am
Im Fall von Michael Lerner, der unter dem Alter Ego Telekinesis immerhin drei ziemlich lupenreine und exaltiert schrammelnde Power-Pop-Alben aufgenommen hat, ist die Hinwendung zu Synthie-Pop schon eine Überraschung. »Ad Infinitum« ist für ihn selbst jedoch der logische Schluss aus zunehmender Langweile: immer die gleichen Akkorde, immer die gleiche Attitüde, das schmeckte nicht mehr. Lerner hat die Fühler ausgestreckt und hält die technoide Kühle des Openers »Falling (In Dreams)« zwar nicht über die gesamte Distanz durch, trotzdem steht die neue Synthetik zumeist im Vordergrund: Futuristisch-smoothe Keyboard-Loops, hallige Vocals und stoische Drums bestimmen jetzt das Bild.

Das stößt Telekinesis-Liebhaber nur im ersten Moment vor den Kopf, denn weil Michael Lerner in puncto Songwriting auch beim vierten Album seine Klasse nicht einbüßt, gehen die zehn neuen Stücke – gipfelnd im zweigeteilten Titelsong mit Ambient-Eröffnung und Piano-Pop in Zeitlupe – ziemlich geradewegs ins Ohr. Kälte und Eingängigkeit treffen sich ungefähr so, als würden I Break Horses Nada Surf remixen. Und das ist wohl nicht das Schlechteste, was man sich vorstellen kann.
– Telekinesis »Ad Infinitum« (Merge / Cargo / VÖ 18.09.15)

Telekinesis

Ad Infinitum

Release: 18.09.2015

℗ 2015 Merge Records