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Jedes Tier

Tele

Tele liefern gewohnt unangreifbare Texte und perfekte Instrumentierungen, aber man darf dennoch fragen, warum sich die wirklichen Hits auf den vier Alben so homöopathisch verteilen.
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Tele liefern gewohnt unangreifbare Texte und perfekte Instrumentierungen, aber man darf dennoch fragen, warum sich die wirklichen Hits auf den vier Alben so homöopathisch verteilen.



Ich fang mal so an: Endlich kann man neue Jarvis Cocker-Songs hören. Sie sind nicht schlecht - aber Pulps Meisterwerk "Different Class" war buchstäblich eine andere Liga. Beim Treffen der Cocker Ultras werde ich es nicht zugeben, doch mir fehlt die Disco 2000.

Zur gleichen Zeit läuft die neue Tele-Platte "Jedes Tier", und ich bin versucht, der Band exakt das vorzuwerfen, was ich als ekelhaft reaktionärer Fan von Jarvis fordere: immer wieder die gleiche Platte aufzunehmen. Aber ist es nicht genau diese Beständigkeit, die auch der Tele-Freund will? Wenn ja, stimmt hier wieder alles. Denn während Tele auf diesem Album "Die Zeiten ändern sich" texten - jener Slogan, der auf "Different Class" "Something Changed" lautete -, hält sich nur der lange Lulatsch aus Sheffield daran.

Francesco Wilking hingegen liefert mit Tele gewohnt unangreifbare Texte und perfekte Instrumentierungen, wie immer zusammen mit einer der drei deutschen Stimmen, die man neben jener von Judith Holofernes und Oliver Minck (Wolke) kennen und lieben sollte. Aber was kann man jenen entgegnen, die nörgeln, dass Tele ihre richtig großen Hits wie "Falschrum", "Mario" oder hier "Die Nacht ist jung" arg homöopathisch auf die nun schon vier Alben bzw. deren Singles verteilen?




Dass vor allem das leider nur 58-sekündige Experiment "Mit Flügeln und Düsenantrieb" erahnen lässt, wie gut der Band bei manchen Songs ein Soundwechsel stehen würde? Dass doch drei Platten von Tele eigentlich schon genug sind? Ach, solches Querulantentum kann dem echten Tele-Fan doch egal sein. Der hat's gut!