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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Stay Under The Stars

Teitur

Allein steht man da unter den Sternen. Das ist wohl die Fundamentalaussage des vierten Teitur-Albums. Kein Wunder. Teitur Lassen wuchs auf den Faröer-Inseln auf. Dort leben ungefähr 50.000 Menschen. Es gibt nur einen Radiosender. Es gibt keine nennenswerten Konzerte. Es gibt eigentlich kaum etwas, d
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Allein steht man da unter den Sternen. Das ist wohl die Fundamentalaussage des vierten Teitur-Albums. Kein Wunder. Teitur Lassen wuchs auf den Faröer-Inseln auf. Dort leben ungefähr 50.000 Menschen. Es gibt nur einen Radiosender. Es gibt keine nennenswerten Konzerte. Es gibt eigentlich kaum etwas, das mit Zivilisation im weiteren Sinne zu bezeichnen wäre. „Stay Under The Stars“, das vierte Album Teiturs, macht diese Bedingungen sehr offensichtlich hörbar. Jeder der 13 Folksongs ist aus der Perspektive eines auf sich allein gestellten Menschen geschrieben. Es ist Minimal-Songwriting. Es ist verwurzelte Musik eines weltzugewandten Enkels alter färinger Sänger. Alle Songs sind so arrangiert, dass sie in jeder Umgebung, jeder Instrumentierung und jeder möglichen Besetzung spielbar sind, doch auch sehr viel Variation zulassen. So bleibt manches schlicht mit Gitarre und Stimme skizziert, als ob die Gefahr bestünde, eine Idee ginge bei aufwendigerer Produktion verloren. Anderes geht mit Streichern und Bläsern richtig in die Vollen, was öfters zu opulent-akustischen Landschaftsbeschreibungen führt, die man eher aus dem amerikanischen Kino kennt, weniger von einer Insel zwischen Schottland und Island. Doch diese Öffnung hat auch Vorteile. Teiturs zweites Album in englischer Sprache ist das bis dato spannendere, weil es den Blick allmählich von sich selbst und der unmittelbaren Umgebung auf die Welt lenkt. Mal sehen, wie uferlos das noch werden kann. Und hier noch drei Fragen an Teitur obendrauf:

Du stammst von den Färöer-Inseln. Inwieweit hat man da überhaupt Anschluss an das Musikbusiness?

Die letzten Jahre habe ich dort gar nicht mehr gelebt. Ich bin nach London gezogen. Das ist natürlich ein ziemlicher Unterschied. Man kommt dort an ohne Bezug zu diesem Ameisenstaat Popmusik und ist erst mal immer der Exot. Aber dadurch besitzt du natürlich auch einen sehr unverstellten oder besser anderen Blick auf das Ganze und kannst dem so auch etwas hinzufügen. Vielleicht gerade, weil du woher kommst, wo Pop nur eine leise Ahnung darstellt.

Das Feld der Songwriter ist so weit – wo siehst du dich?


Ich habe als Songwriter das Glück, dass ich auch für andere schreibe. Somit tauchen meine Stücke in den unterschiedlichsten Stimmen auf, und die guten Songs haben gute Chancen, zu überdauern. Genauso sehe ich mich.

Wenn du dir den/die Duett-PartnerIn völlig frei aussuchen könntest – wen würdest du wählen?


Harte Frage: Meine Helden sind alle tot! Und, ganz ehrlich gesagt, ich würde mich schon sehr seltsam fühlen in einem Duett mit meinem Lieblingssänger, ich würde ihm wohl lieber einen Song schreiben. Mmh ... Hier, der Jazz-Sänger Jimmy Scott, der lebt noch. Lass mich den wählen. Ich sah ihn zuletzt in einem Club in London, und er kollabierte auf der Bühne. Am nächsten Tag wollte er die Show nachholen. That’s a tough bastard! Auch toll wäre Björk, aber sie hat bis jetzt keinen meiner Anrufe beantwortet.