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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

»Do Easy«

Tasseomancy

Die Kessler-Zwillinge, Oasis, Doctorella, die Jackson 5: Vielleicht sollte man sich zum winterlichen Familienbesuch mal ein breites Instrumentarium mitnehmen. Tasseomancy beweisen wieder, wie kreativ eine Geschwisterbeziehung sein kann.
Geschrieben am
Tasseographie ist eine Wahrsagekunst, die die Zukunft in den Mustern, die lose Teeblätter am Boden eines Gefäßes bilden, lesen lässt – eine Kunst, die die Ur-Urgroßmutter der Schwestern Lightman im zaristischen Russland praktizierte. In Kanada entdeckten Sari und Romy ein Jahrhundert später nicht nur ihre Vorliebe für in Pop gemalte, doch irgendwie auch ernst gemeinte Mystik, sondern auch die Besonderheit der musikalischen Harmonie zwischen Geschwistern. Als Tasseomancy führen sie seit nunmehr drei Alben in einen Klangkosmos zwischen melodischen Preziosen, Weird Folk, New Age, Saxofon und elektronischen Beats, der sich nun auf »Do Easy« zu einem wunderschön außerweltlichen Schlussstein für das Musikjahr 2016 verdichtet.

Die Räume sind dabei weit und schimmernd wie bei Beach House, und natürlich liegt angesichts der Zauberwald-Attitüde der Vergleich mit den Schwester Casady alias CocoRosie nahe. Jedoch erinnert das alles ebenso an eine Band, deren Mitglieder wiederum in ähnlicher Intimität zueinander standen, diesmal allerdings in Form von Liebesbeziehungen und Scheidungen: Näher als in diesen himmelweiten Klangkathedralen wird der Freak-Folk dem Koks-Pop der Fleetwood Mac wohl nie wieder kommen.

Tasseomancy

Do Easy

Release: 18.11.2016

℗ 2016 Bella Union

Tasseomancy »Do Easy« (Bella Union / Coop / PIAS / Rough Trade / VÖ 18.11.16)