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Ungerade

Tanzmaxis

Erst mal Chill-out: Burnt Friedman baut dafür mit der „EP2“ seines Labels Nonplace weiter an einem Dub-Jazzclub auf dem Mars im dritten Jahrtausend. Elegant - Neue Musik im Wortsinn. Massig alte Electro-Legenden zwischen Rockit und Imperial Brothers checkt dagegen Tollstoi mit „Electric Chamber Musi
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Autor: intro.de

Erst mal Chill-out: Burnt Friedman baut dafür mit der „EP2“ seines Labels Nonplace weiter an einem Dub-Jazzclub auf dem Mars im dritten Jahrtausend. Elegant - Neue Musik im Wortsinn. Massig alte Electro-Legenden zwischen Rockit und Imperial Brothers checkt dagegen Tollstoi mit „Electric Chamber Music“ auf Trance America - eigentlich ein Houselabel. Rockt. Legendär natürlich auch die bösen Ectomorph, die auf dem zugehörigen Label Interdimensional Transmissions mit „Breakthrough“ frische Electro-Styles liefern. Da darf sich auch mal eine Subbasslinie mit kribbeligen Insekteneffekten balgen. Sonst ein Elektroniklabel, ist man bei Klang zur Zeit stolz auf die Ehre, „Mr. Shakir’s Beat Store“ von Technolegende Anthony Shakir releasen zu dürfen. Der übt sich aber überraschenderweise in Meta-Dopebeats und Ragga-Instrumentals. Wer mutig ist, rappt hier mal drüber.
Sehr freistilig auch die Remixe von Mr. Oizos „Last Night A DJ Killed My Dog“ (F-Comm). Vor allem Herbert demontiert das Ding mal wieder genial in Einzelteile. Mit einem Herbert-Remix kann auch Nils Petter Molvaer glänzen: „Merciful“ (Universal) ist so umwerfend, daß wir das einfach mal aus der Gerade-Kolumne geklaut haben. Schönster Housetrack der Welt. In der großen Abteilung NuJazz greift dann Soundprofi Vikter Duplaix mit seiner brüchigen Stimme zu Jazz-Stabs und schön frickeligen Beats: „Manhood“ (GAP), Neo-Soul mit Attitüde. Die haben auch die bärtigen Brasilianer Azymuth und lassen sich „Carambola“ (Far Out) von der letzten LP von Roc Hunter und (wieder mal) Mark Pritchard überarbeiten. Einer dieser anregenden Eklektik-Clashs. Ebenfalls eklektisch ist, was Cultural Mambo auf „Docking In Outer Space“ veranstalten: Bass-Massive, Chants und Bläserattacken - Nachhall der zu schnell verglühten Afrobeat-Welle. Nuphonic könnten ruhig öfters so etwas machen.
Eine ultrahippe Collector-Rarität dann aus Deutschland: Peter Kruder hat für Rainer Trübys Root Down-Club ein gleichnamiges NuJazz-Stück maßgeschneidert, Compost releast es als einseitiges, gestempeltes Whitelabel. Zum Angeben. Weniger rar, aber genauso interessant ist, wie Kabuki mit „Ghost Hack“ (Spectrum Works) weiter auf „Ghost In The Shell“-Pfaden wandelt: luftiger Electro mit gleich zwei Catalyst-Remixen, der jeden NuJazz-Keller aufmischt. Die Brand New Heavies dagegen haben sich (mal wieder) ihren Partyklassiker „Apparently Nothing“ (London) aufmischen lassen. Diesmal mit HipHop und, ganz neu!, 2Step-Hochpitch von Artful Dodger.
Mehr 2Step findet sich bei Oxide & Neutrino: „Bound 4 Da Reload“ (Eastwest) hat mit Subbässen, Sirenen und Ragga alles, was ein Hit braucht. Immer ganz ohne Ragga kam ja Kollege Goldie aus, der als Rufige Kru - endlich! - mal wieder eine fette Metalheadz-Platte veröffentlicht: „Stormtroopa / Beachdrifta“ ist ein Oldschool-Terminator, schön und hart zugleich. Nur hart dagegen Shy FX, der mit „Torment“ (Formation), Karnevalsglocken und Funkgitarren an „Bambaata“-Erfolge anschließen will. Auf der Rückseite wütet Labelchef DJ SS mit „13th Floor“.
Und der ganz, ganz, ganz große Über-Hit zum Schluß: Aaliyah hat sich für „Try Again“ (Virgin) von Timbaland dermaßen großartige Electro-Acid-Breakbeats auf den hübschen R’n’B-Leib schneidern lassen, daß ich für das Vinyl zwei Wochen lang sämtliche Läden der Stadt abgeklappert habe. Jetzt habe ich sie endlich, und sie läuft hier täglich zweimal. Ich bin verliebt.