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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

mit Tomsche und Venker

Tanzen

M. Mayer "Speaker / Sneaker" (Kompakt) - Interessanter Twist im Schaffen von Mayer. Der erinnert sich scheinbar an seine Wave-Sozialisation, bei der u.a. Anne Clark eine Rolle gespielt haben muss. Auf der A mündet das in nervös zuckenden EBM-Sound mit Düster-Vocals à la Brooklyn Bounce - nun ja, f
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M. Mayer "Speaker / Sneaker" (Kompakt) - Interessanter Twist im Schaffen von Mayer. Der erinnert sich scheinbar an seine Wave-Sozialisation, bei der u.a. Anne Clark eine Rolle gespielt haben muss. Auf der A mündet das in nervös zuckenden EBM-Sound mit Düster-Vocals à la Brooklyn Bounce - nun ja, fast. Auf der B shuffelt es dafür mit Electro-Wave-Energy, was so richtig gut kommt. Super Track.

Underworld "Dinosaur Adventure 3D" (Junior Boy`s Own) - Quasi wie gehabt, braucht kein Mensch. Lediglich der Darren-Price-Remix kann einen kitschig-versöhnlich stimmen.

Ascii Disco "Immer / Strassen" (Lado / Zomba) - NDW mit anderen Mitteln und mit dem Tresor als Zentrum der Welt. Wär gern lustig und auch böse, entbehrt aber lediglich jeglichen Inhalts. "Langeweile" ist ins Vinyl gekratzt - passt!

Jan Jelinek Avec The Exposures "If´s and's and but's" (~scape / Efa) - Teaser für das upcoming Album im Februar. Clubben auf der A, Chillen auf der B. Sehr schön. Der Mann hat unsere Sympathie, allein schon für das Album auf Source, die erste Platte seit Jahren, die wir entspannt im Bett liegend gehört haben.

Phon.O "Mokkastübchen EP" (Shitkatapult / Kompakt) - Alles chopped up irgendwie - meint: Da wird das Flächensample zur Pointe und ähnliches. Und ohne Grund muss ich plötzlich an Like A Tim denken - was zumindest geographisch den richtigen link gibt: Man sollte mal wieder die alten Djax Up-Beats rausholen, denn die sind definitiv besser als das hier.

James DinA4
"Traumjob Frührentner Remixe" (Esel / Kompakt) - Der tolle James DinA4 bekommt gleich zwei Remixe vom ebenfalls tollen Lawrence geschenkt. Da rollt der Frührentner mit Glockenspiel am Rollstuhl den Hang hinab, den deepen Wind schön rauschend am Ohr. (Ende A1, Anfang A2.) Im Tal spielen dann die Streicher auf zur stimulierend springenden Bassdrum. Lowtec versucht auf der B1 zu retten, was noch zu retten ist und liefert dazu einen extrem luftigen Hauch von Track ab. Hilft alles nichts: Der Herzinfarkt kommt. Und Caulfield spielt dazu den wundervollen Trauermarsch.

Dean Decosta "Opaque" (Sub Static Records / Kompakt) - Minimal Routine mit viel Liebe fürs Sounddetail. Die alles dominierenden Bässe werden von naiv-pointierten Melodien und fein gewobenen Flächen in die Zange genommen.

Alter Ego "Transphormer" (Klangelektronik / Neuton) - Tut dann doch irgendwie gut: Die beiden gehen ab wie sonstwas, und wir direkt mit. Sechs in der A-Note. Und auch die B bekommt für die zwei Tracks die Höchstwertung. B1 ist zwar etwas gebremster, aber ähnlich durchbrechend im Gestus. Und B2 ist dann sowas wie ein total verkiffter T-99(Anasthasia!)-Remix von Coil - wenn das überhaupt geht.

Blinzr "Glance for a while" (Treibstoff / Kompakt) - Neu gecastet im Treibstoff-Stall. Im Original etwas zu cheesy und dadurch nervig. Der Schaffhäuser-Remix filtert das heraus, gibt etwas Vocoder hinzu - und gefällt. M.I.A. (das Kölner Mädchen) tut selbiges, indem sie das Gerüst schön minimalisiert. Maetrik macht im Anschluss daran auf Weirdo. Nett.

Das Bierbeben "Wir sind" (Shitkatapult / Kompakt) - Bierbeben auf Shitkatapult. Alten, ey Alten, wie geil wird das denn noch? Und aus traditionellem Punkrock wird Minimal-Aggro-Techno. "Wir sind fließender Strom, wir sind stumpfer Chrom, wir sind fliegende Steine - gebt uns eure Aggression. Wir sind und wir bleiben die Unreparierten." Und kaum haben sie uns das mit auf den Weg gegeben, kommt das große Euphorie-Geschrubber. Die B sagt uns folgendes: "Verkauf dich, einfach wie noch nie. Verkauf dich, so schamlos wie noch nie. Angezählt. Bleib unten." Simpel und auf den Punkt gebracht. Und mit einem Gestus, der so trocken kommt, dass Mia (die mit der Berliner Göre) lange brüllen können. Hammer.

Hagedorn "Cause & Effect" (onitor / Kompakt / Hausmusik / A-Musik) - Venker ist aus Parteilichkeit draußen. Tomsche rules: Auf der A der Wolfgang schön persönlich. Und er geht mit Soul-Sample so richtig ab: Spaß und schnelle Beats, muss gestehen: Das hätte ich ihm gar nicht zugetraut. A2 kommt etwas verhaltener. Ruhig, verspielt, richtig süß. B1 ist ein Möchtegern-Jazzer von Frank Martiniq, B2 ein echter Modernist. Cool.

The Modernist "Comeback" (Wonder / Efa) - Da bleiben wir doch gleich beim Jörg Burger. Der Titeltrack brilliert mit dieser hypnotischen Magie, die alle seine Produktionen auszeichnet: Man denkt noch "Oh wie bedächtig" - und schon ist einem schwindelig. Die B1 spart sich die Aufbauarbeit und betört vom Startblock aus: sehnsuchtsvoll und zugleich fordernd. Simpel, aber unglaublich effizient. Die B2 schaltet etwas runter - aber hört selbst.

Brooks "Colour me bad" (Mantis Recordings / Backroom Entertainment) - Den haben wir ja übersehen mit seinem ganz ganz tollen Album "You, Me & Us" - siehe auch House-Jahresrückblick. Eine der Entdeckungen am DeepHouse-Himmel. Jetzt gibt es die Remixe zu "Colour me bad" - wir hätten uns ja welche zum besten Track des Albums, "Wondering" (mit der bezaubernden Dani Siciliano) gewünscht, aber wahrscheinlich gibt es die schon, und wir haben auch sie verpennt. Leider sind die drei Remixe hier nicht die wirklichen Bringer in ihrem daddeligen Gestus. Dafür mögen wir noch den originellen Bonus: Brooks Version von "Sex you up" - schön kaputtes Hörspiel direkt aus der Tropfsteinhöhle.

Swayzak "I Dance Alone" (K7 / Zomba) - Der letze Pseudo-Achtziger-Scheiß! Hoffentlich ist mit dem blöden Hype bald Schluss! Und Mia (schon wieder, die Göre!) ist trotzdem um so vieles besser... Schreiberwechsel: Was geht denn hier, du disst zwei Intro-Lieblinge? Tomsche, du bist raus.

Dopplereffekt "Myon-Neutrino / Z-Boson" (Gigolo) - "Gesamtkunstwerk" ist lang her. Diese Maxi ist ein Ausblick auf das im Frühjahr kommende Album: Immer noch Techno, aber nun mit dem Hintergrund von Robert Ashley und David Berman. Techno ist nicht Techno. Und Beats sind was von vorgestern!

Jeff Bennett "Nite Wanderer" (Treibstoff / Kompakt) - Wir sind uns einig: Die beste Treibstoff ever. Dub-Techno, der um die Bedeutung von energetischen Ausbrüchen weiß. Dieser Dub mäht einem die Füße weg. Und jetzt alle: springen!

Baard "Life In A Goldfish Bowl" (Genetic Music) - Jepp, mit Massive Luxury Overdose war damals noch nix, aber Alexander Baard, Macher von Army Of Lovers und Alcazar, war auch 1982 schon deep into P.O.P., was uns dieses Re-Release seiner allerallerersten Single zeigt. Melancholischer Minimalpop für den interessierten Pophistoriker und den bekennenden Fan.

Rocko Schamoni "Heart Of Plastic" (Kielholen60.de / Virgin) - Egoexpress und MJ Lan nehmen sich "Heart Of Plastic" vor. Erstere zelebrieren eine dieser dezenten Spaß-Orgien, wie man sie immer gerne von ihnen hört. MJ Lan kommt deutlich verzerrter und mit der ihm typischen Atari-Console-Ästhetik. Die B featured das Original und das grandiose "CDU", zu dem folgende ergreifend tolle Zeile im Info steht: "... im neuartigen Elektro-Ska-Sound - gemixt von den Einwohnern der Stadt Malente. Der erste Song der Welt, in dem 'CDU' und 'Wicked' zusammen vorkommen!"

The Twins "Face to face" (Gigolo) - Hell gräbt sie alle aus. Heuer das Berliner Twins Duo, die ihren Achtziger Smasher neu abgemischt haben und dennoch den Staub der Jahrzehnte nicht los werden. Aber, hey, könnte ja die letzte Goldgrube vor der Frührente sein. Dass Naughty als Remixer ran darf, wundert nicht, gibt mir aber mal wieder die Gelegenheit, zu droppen, dass die Nacht in dessen Ulmer-WG das slum- und scummäßigste in meinem Unterkunftsleben ever war. Danke nochmals für Schrauben und Würmer. Alter. (Dein Venker)

Further "Good times...?" (lofi stereo / Kompakt) - C-Rock und Neville Attree machen es wieder zusammen. Und wenn man sie ordentlich hochpitcht, so auf +5, dann kommen sie dabei auch solide aus der Hüfte.

The Mover Frontal "Frustration" (Tresor / Efa) - "No Next Day", "Voodoom", "Planetary Burial", "Worship The End" - die Tracktitel sprechen für sich. Sorry, aber all die guten alten Zeiten in Ehren, uns macht der Mover hiermit lediglich Kopfschmerzen. Club mag klar gehen, aber zu zweit daheim...

Spillsburry "6 Track EP" (Lado / Zomba) - Tomsche bleibt draußen. Aber der Rest steigt gern ein: "Was bleibt am Ende übrig, wenn das Lied der Stille weicht? Zwei Sekunden Ewigkeit." Wie wahr. Also Autorepeat am Technics - mittels irgend so einer geilen Brinkmann Plattenspielerkonstruktion. Spillsburry versuchen nicht nur kalt anders rüberzukommen - sie sind es auch, und dabei auch noch wuselig aufreizend. Grandios.

The Streets "It`s Too Late / Weak Become Heroes" (679 Recordings / Warner) - Der große Abräumer der Jahrescharts. Auch diese Single ist wieder super, klar. Neben dem Original gibt es Remixe von Ashley Beedle (infiziert uns mit seinem Abgeh-Piano-House, Strings galore) und Röyksopp (machen den perfekten Parfüm-meets-Underworld-Mix). Zum guten Schluss macht Herr Skinner selbst einen auf deep down mit Shabba - also known as Roll Deep. Streets bleibt auch für den nächsten Jahrespoll ein Garant.

Diverse "Kurbel 4" (Kurbel / Efa) - Richard Bartz schickt seine Meute in die nächste Runde. Und Ultraschall-Veteran Lester Jones darf mixen. Funktional, stimulierend, aber vom Hocker reißen einen Acid Scout, Jackmate und Konsorten hier nicht. It´s eben a club thing...

Diverse "Oper 3000" (Oper 3000 / Discomania) - Schon das der CD beigelegte Wattestäbchen spaltet die Rezensenten. Der eine findet es charmant, dem anderen ist es zu industriell abstoßend, zu kalt. Die von Tobi Neumann gemixte CD finden wir allerdings beide gut. Angenehm flowender Mix mit Leuten wie SCSI, Phantom Ghost, Repair, Wessling & Schrom.

EU "Warm Math" (Pause_2 / Hausmusik) - Das Oxymoron weist den Weg: Warme Mathematik und dazu noch die geränderte Rose auf dem Cover. Russischer Elektro, hier etwas flächiger - bis hin zu experimentell. Technische Romantik.

Metamatics "Rewired In My Manor" (Hydrogen Dukebox) - Das Album der Metamatics "From Death To Passwords" war ja schon schnittig.

I Am Spoonbender "Show Actual Size" (Gold Standard / Efa) - Human League, This Heat und andere Up-To-Date-Electropop-Vergangenheit wird zitiert. Und El Venker liebt es. Läuft gut rein, aber irgendwie auch schnell wieder raus.