×

Lieber Leser, bitte wähle deinen Ansprechpartner aus:

Fragen an die Redaktion

Werbung auf Intro.de

Werbung im Intro Magazin

Intro Abo

Fragen zum Vertrieb

×

INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Mit Nova International

Tahiti 80

13.12.02, Köln, Gebäude 9. Nach dem wirklich grandiosen Gig von Zita Swoon letzte Nacht (soll an dieser Stelle mal erwähnt werden) gaben Tahiti 80 eines der letzten Highlights des Kölner Pop/Rock-Konzertjahres. Zu dem Zweck brachten die Franzosen Nova International aus Augsburg mit. Wieder so eine B
Geschrieben am

13.12.02, Köln, Gebäude 9. Nach dem wirklich grandiosen Gig von Zita Swoon letzte Nacht (soll an dieser Stelle mal erwähnt werden) gaben Tahiti 80 eines der letzten Highlights des Kölner Pop/Rock-Konzertjahres. Zu dem Zweck brachten die Franzosen Nova International aus Augsburg mit. Wieder so eine Band, die der mittlerweile schon fast zum Genre gewordenen Kategorie „Intro-Heimspielticker“ zugeordnet werden kann. Leider kam ich zu spät, um mir ein qualifiziertes Urteil über sie erlauben zu können, wegen ‚Blitzeis’-Gefahr, so nennt man das dieses Jahr. Die drei Songs, die ich noch hören durfte, waren nett, rau, melodiös, Punker halt, ausgelassene Bühnenshow inklusive. Außerdem die erste Band, die in ihrem Merchandise-Repertoire schrill bedruckte NewWave-Krawatten anbietet. Im Frühjahr gibt’s wohl ein Album mit einigem Medien-Tamtam, mal abwarten, wie’s weitergeht.
Tahiti 80 verzichteten dann darauf, auf der Bühne herumzuspringen, und setzten ganz auf ihre Trumpfkarte „Melodie“. Melodien, fast ohne jeden Schrammelanteil getragen von einer zuckersüßen, federleichten Stimme. Ganz schnell fange ich an zu träumen und die Metaphorik, die Matthias Weber in seiner Rezension zum aktuellen Album „Wallpaper for the soul“ nutzt, setzt bei mir ein. Kein Song, dessen Lieblichkeit sich dem Hörer nicht aus dem Stand offenbart. Lieblich und trotzdem äußerst gehaltvoll, stilistisch den von mir hochgeschätzten Würzburgern Miles ähnlich. Stellenweise ist das ein bisschen cheesy, aber der Grad, auf dem sich Tahiti 80 mit ihrer Musik bewegen, ist naturgemäß schmal. Überraschend kommt da der Bruch am Ende des regulären Sets: Tahiti 80 geben einen astreinen Manchester-Rave-Song in Stile der Stone Roses, der zeigt, wie viele Facetten diese Band noch so in sich trägt. Mehr davon in Verbindung mit den schon bewiesenen Qualitäten, und an ihnen kommt wirklich niemand mehr vorbei.