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Random Noize Sessions Vol. 01

T.Raumschmiere

Leicht wäre man versucht, Marco Haas a.k.a. T.Raumschmiere einen radikalen (und durchaus herbeigesehnten) Sinneswandel zu unterstellen, wirken doch die Stücke auf „Random Noize Sessions Vol. 01“ wie das komplette Gegenteil seines gemeinhin bekannten Outputs. Dabei würde man aber schamlos übergehen,
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Leicht wäre man versucht, Marco Haas a.k.a. T.Raumschmiere einen radikalen (und durchaus herbeigesehnten) Sinneswandel zu unterstellen, wirken doch die Stücke auf „Random Noize Sessions Vol. 01“ wie das komplette Gegenteil seines gemeinhin bekannten Outputs. Dabei würde man aber schamlos übergehen, dass er schon vor einigen Jahren ein experimentelles Album namens „Anti“ auf dem Chicagoer Label Hefty Records veröffentlicht hat (dessen erstes Stück übrigens mit „Random Noize Musick“ betitelt war) und dass die Ambient-Stücke, die auf der neuen Platte versammelt sind, zwischen 1999 und 2005 entstanden sind, zu der Zeit also, als auch die ganzen vor hässlichen Rockismen nur so strotzenden Bratz- und Knartz-Techno-Werke von T.Raumschmiere das Stroboskoplicht dieser Welt erblickten. Mit „Random Noize Sessions Vol. 01“ ist dem Berliner jedenfalls eine seiner hörenswertesten Veröffentlichungen gelungen, denn die extrem düsteren Titel, die einen guten Überblick über sein alternatives Ambient-Schaffen geben, bilden als Fragmente, die sie sind, ein (viel-) stimmiges Ganzes. Einige Tracks sind dabei auf eine minimale Art so melodiös, wie man es schon von T.Raumschmieres rockigeren Stücken gewöhnt ist, z. B. „Neulich im Bestattungs-Discount“ oder „So leis wie noch nie“. Dennoch sind die Klangräume, die Haas schafft, kalt und feucht, eine schaurige Leere herrscht in seinen kratzigen digitalen Welten. Spannend bleibt das Album, oder sagen wir besser: die Kompilation auch nach mehrmaligem Hören, und der Abschluss der Platte, der aus einer Live-Aufnahme aus der Düsseldorfer Johanneskirche namens „Johannes/Absturz/Klatschen“ besteht, bei der die Beteiligung des Raumes und des Publikums in Form von Schluss-Applaus wie ein integraler Bestandteil des Stückes wirken, macht Lust auf den Besuch einer seiner Ambient-Live-Performances.