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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Toxicity

System Of A Down

Erste Reaktionen auf „Toxicity“ zeigen, dass es viele Menschen gibt, denen SOAD den Alltag versüßen. Eigentlich wenig verwunderlich zu Zeiten des Neumetallbooms, jedoch verhält es sich mit SOAD schon etwas anders, weil die gesunde Unruhe, die sie mit ihrem sprunghaften Treiben zwischen H
Geschrieben am

Erste Reaktionen auf „Toxicity“ zeigen, dass es viele Menschen gibt, denen SOAD den Alltag versüßen. Eigentlich wenig verwunderlich zu Zeiten des Neumetallbooms, jedoch verhält es sich mit SOAD schon etwas anders, weil die gesunde Unruhe, die sie mit ihrem sprunghaften Treiben zwischen Hardcore und Thrashmetal verbreiten, ja weder der Art von Korn und ihren behäbigen Breitwandgitarren-Konsorten entspricht noch dem, was Konsumenten gemeinhin präferieren. Kleine Wutausbrüche nebst Takt- und Tempovariationen lassen indes wenig Gemütlichkeit aufkommen, SOAD schöpfen ihr spielerisches Potential aus und scheuen keine Komplexität. Unvermittelt ballern sie uptempo drauflos, um dann in sanfte Passagen einzubrechen, samt entspannter gesanglicher Melodieführung. Von Dauer ist dies selten, kann es doch passieren, dass einen kurze Zeit später folkloristische Weisen armenischer Herkunft umdudeln und danach wieder Achterbahn ist. Die Intensität steht und fällt mit dem Vokalisten, nun lässt sich das bei Serj allerdings gewöhnungsbedürftig an. Er mutet sich und uns mächtig viel zu, und wer mit gutturalem Röcheln, Hardcore-Shouten und Croonen am Stück glänzen will, sieht sich schnell dem Vergleich mit dem unerreichbaren Meister dieser Zunft, Mike Patton, ausgesetzt. Dahinter ist ein weites Feld, welches nicht nur Tool beackern. Kalifornische Metal-Explosion aus Armenien, wenn Ihr mögt. Kommt von Herzen.