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Festivalblog: Die wichtigsten Newcomer auf einen Blick!

SXSW 2009 in Austin

Thomas Venker hat für Intro das South-By-Southwest-Festival in Texas besucht, seine Reizüberflutung versucht er hier mal in einer handlichen Auflistung zu verarbeiten...
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Thomas Venker hat für Intro das South-By-Southwest-Festival in Texas besucht, seine Reizüberflutung versucht er hier mal in einer handlichen Auflistung zu verarbeiten...
Den ersten Teil des Berichts lest ihr hier.


- Das kann es nicht gewesen sein. Mit Micachu And The Shapes. Beim Fader.  Und in der Tat, kaum dürfen sie bei der Nachmittagsparty des tollen Londoner Sup Magazins ran, überzeugt ihr Underage Charme.




- Gleich nach den Youngstern spielten beim Sup Mag die upcoming darlings of the scene: The Pains Of Being Pure At Heart (Foto oben) auf. Toll, einfach nur toll ist ihr Shoegazersound. Mehr zu ihnen in der nächsten Intro-Ausgabe.

- The Mae Shi (bereits letztes Jahr ein großes SXSW-Erlebnis für die Intro-Reisegruppe) brechen auch dieses Jahr alle Rekorde und spielen gefühlte zwanzigmal. Gut so. Allein ich hab dreimal in ihr Set reingeschaut - und von Abnutzung keine Spur. Im Gegenteil: man wird immer mehr angefixt.



- Auf Platte sind Telepathe (Foto oben) bezaubernd, live leider eine absolute Katastrophe. Selten so einen schlechten Auftritt einer Band gesehen, die ich eigentlich mag. Keine Dramaturgie, dünner Sound, ganz schlimme Bühnenoutfits à la MGMT / NuRave, seltsame Schulaufführungstänzerinnen....







- Und auch Little Boots kam nicht so frisch wie auf Platte rüber. In den USA ist sie gerade ziemlich angesagt, ziert beispielsweise das Cover des Fader Magazins, doch leider wirkt sich das auch auf ihr Auftreten aus, ihr Styling war viel zu aufgetragen, ganz so als ob es jetzt mit aller Kraft nach ganz oben gehen soll. Hoffen wir mal, dass da nicht der Absturz folgt.

- Die DFA-Vorzeige Neodiscoaner von Holy Ghost mussten leider viel zu früh spielen. So konnte nicht die Stimmung aufkommen, die ihr Sound eigentlich sonst auslöst, schön war es aber natürlich trotzdem.



- Eines der Highlights des Festivals: der Auftritt von Matt And Kim (Foto oben). Die beiden New Yorker flogen extra aus alter SXSW-Verbundenheit für einen One-Off ein. Das Zelt tobte. Charmanter kann man Indiepop mit Gassenhauerpotential nicht performen. Kommen im Mai nach Deutschland, mit Debüt-Album im Paket. Unbedingt hingehen. Mehr zu ihnen in der nächsten Intro.

- Die Freitagnacht wurde dann, Vorsicht, mieses Wortspiel, vom Fools Gold-Label vergoldet. In einer rauschenden HipHop-Party-Nacht schickten sie u.a. Kid Sister, Mapei (die Entdeckung des Festivals, gleich mehr dazu), Flosstradamus, Jokers Of The Scene und natürlich A-Trak selbst auf die aufgewühlte Meute los. Free Drinks sorgten zudem für eine wilde Party.



- Das Tempo zieht an. Ein Highlight folgt dem nächsten. Health (Foto oben: ihr Drummer) sollten während dem Festival jeden an die Wand spielen. Irgendwo in der emotionellen Sphäre zwischen Radiohead und ...Trail Of Dead liegt ihr wabernder Sound. Die gute alte Schule des "Sich-Zurückziehen-Und-Dann-Ausbrechen". Phänomenal. Mehr in der nächsten Intro.



- Nicht neu und ganz sicher nicht überoriginell, aber gerade deswegen mit ihrem Jesus And The Mary Chain-Style unterhaltsam: Crocodile (Foto oben) aus San Diego.



- Man hat SXSW nicht richtig erlebt, wenn man nicht die ganzen Off-Location-Partys von Leuten wie dem New Yorker Booker Todd P. auscheckt. Hier spielen alle Bands nochmal auf und noch einige mehr. Auf einem anderen ähnlich gebookten Acker fand diesmal ein Battle Of The Bands (Foto oben) statt, bei dem bis zu vier Bands gegeneinander (oder besser gesagt miteinander) antraten. U.a. battelten sich Mika Miko und The Death Set, die wir ja bereits letztes Jahr hier begeistert abgefeiert haben.






- Groß gehypt wurden zuletzt die New Yorker Vivian Girls. Nun, wenn man auf scheppernden Garagenrock steht... Charmant, aber mir dann doch zu öde.

- Ähnlich trashig muten Ponytail an, aber viel experimenteller dabei und frischer. Nicht immer will man der Sängerin dabei folgen, aber doch oft. Haben viel Potential. Sollte man mal auf Platte hören.



- Das Album von Titus Andronicus (Foto oben) hat mich ja hingegen nicht so ganz überzeugt, aber live war das schon okay, was die Bande da an Weirdorock rausschickte. Kann man sich mal anschauen.

- Als wir sie vor zwei Jahren das erste mal beim CMJ sahen, hassten wir Amanda Black. Jetzt hat es Klick gemacht. Ziemlich überstylte Nagellack-HipHop-Geschichte. Lustig und definitiv kurzweilig.

- Aber im Vergleich zu Mapei wie ein Pauschalurlaub in Hessen. Die junge Schwedin ist die Entdeckung des Festivals. So unprätentiös hat man HipHop seit der jungen Kelis nicht mehr erlebt. Frische, lustige Raps, eine kokette Bühnenpräsenz und wirklich wirklich gute Songs. Ganze dreimal habe ich sie mitgenommen und bin immer noch heiß auf den nächsten Auftritt. Album soll im Oktober kommen. Die wird groß.

- Leider immer wieder verpasst im unglaublichen Bandangebot habe ich hingegen Mi Ami. Jeder der sie gesehen hat, ravt über sie: deswegen lege ich die mal mit ans Herz.

Fazit: Am SXSW führt kein Weg vorbei wenn man auf US-Indie steht - aber auch darüberhinaus wird es Jahr zu Jahr spannender wie die großartigen HipHop-Events diesmal zeigten....