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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

»Wilde deutsche Prärie«

Swutscher

Wäre Deutschland wirklich so wild, wie der Titel von Swutschers Debüt suggeriert, könnte ihr angeschickerter Surf-Country die eine oder andere neue Hymne liefern – oder zumindest ein neues Sauflied für die ganze Nation.

Geschrieben am

Bitte melden: Wer hat sich schon einmal gewünscht, die erste Garde des deutschen Indie würde sich, wie jeder normale Mensch, an dunklen Tagen erst einmal gehörig einen kippen, statt Nihilismus und Weltschmerz ungefiltert ins nächste Aufnahmestudio zu zerren? Ein solches Gedankenexperiment muss unweigerlich bei einer Band wie Swutscher enden: Diese Hamburger torkeln ungeniert von Garagen-Rock und Postpunk zu Chanson und Country, taumeln von Wildwest-Soundtrack zu Zirkusmusik und wirken nicht nur deswegen vom (Wein-)Geist der kompletten hanseatischen Kneipenlandschaft beseelt, sondern auch, weil ihr Sänger wie ein junger Harald Juhnke ins Mikrofon keift.

Klar, dass die Band in den dreckigsten Spelunken die authentischsten Geschichten findet und die eine oder andere Weisheit auf dem Boden von Astra-Flasche und Schnapsglas noch dazu. Das klarste Destillat von Swutschers Songwriting ist jedoch das simpel schunkelnde Trinkerlied »Bierstübchen«, bei dem auch Tobias Bamborschke von Isolation Berlin einmal ungewohnt locker mitlallen darf. So viel Unverkrampftheit wie auf »Wilde deutsche Prärie« schafft deutscher Indie selten. Manchmal ist Alkohol scheinbar doch eine Lösung.

Swutscher

Wilde Deutsche Prärie

Release: 25.05.2018

℗ 2018 Staatsakt.