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Swim

Caribou

Anspruchsvoller Psychedelic-Rave, der an den Nerven rüttelt. Für Drahtseilakrobaten oder Dauerkiffer.
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Anspruchsvoller Psychedelic-Rave, der an den Nerven rüttelt. Für Drahtseilakrobaten oder Dauerkiffer.

Wäre ich als Uschi Obermaier zur Welt gekommen, Caribou alias Dan Snaith wäre Stammgast in meiner Kommune gewesen. Mit seinem psychedelischen Hippie-Soul-House könnten wir die Wände sprenkeln, Joints um die Wette drehen und halbnackt herumspringen.

Aber wahrscheinlich hat Snaith nicht allzu viel Interesse an solchen Mätzchen. Lieber bewegt sich der Kanadier allein auf seinem Trip zwischen dumpfen Bässen, blubbernden Synthies und ganz viel Gebimmel, Geläute und Gegonge. Denn richtig: Wer so ein Schwindel verursachendes Cover wählt, der macht einfach keinen gemütlichen Wolldeckensound, der handelt eher nach dem Prinzip "einer geht noch".
Unerschrocken wuchtet Snaith Sound um Sound, trippelt vom Rave zum Räucherstäbchen, vom technoiden Free Jazz zum übergeschwappten Synthie-Dance. "Swim" ist das sechste Album des ehemaligen Mathematikstudenten, der zuvor als Manitoba seine kopfgesteuerten Soundformeln auf Platte gebannt hat. Und ja, diese "big messy psych record" ist so anstrengend, wie es klingt. Wer aber die Herausforderung und wilde Tapetenmuster liebt, der schwimmt bei so vielen Überraschungsmomenten oben.

In drei Worten: Räucherstäbchen / Rave / Halbnackt

Caribou spielen im September auch auf dem Berlin Festival.