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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

»Hold/Still«

Suuns

Suuns aus Montreal fordern Disziplin. Wer sich die Aufforderung ihres Albumtitels zu Herzen nimmt, wird mit einem wunderbar verschrobenen Mix aus Geräuschen, Beats, Harmonien und Krach belohnt.
Geschrieben am
Stillhalten erfordert Selbstdisziplin. Eine Kollegin von Sänger Ben Shemie musste oder durfte vier Minuten Belichtungszeit überstehen, um das schemenhaft-düstere Coverfoto entstehen zu lassen – per Lochkamera. Auch die Musik auf »Hold/Still« erfordert einiges an Selbstdisziplin: Das dritte Suuns-Album schmiegt sich nicht gerade an die Gehörgänge, vielmehr oszillieren die Kanadier zwischen disharmonischem Wohlklang und furchterregendem Geräusch-Gebräu. Insofern ist das Album das musikalische Äquivalent zu dem Moment im Horrorfilm, wenn das Opfer die Gefahr realisiert und ansetzt, das Heil in der Flucht zu suchen. Davonlaufen sollte man vor »Hold/Still« aber nicht, denn das großartige Electronica-Art-Postrock-Amalgam erzählt einmal mehr dystopische Geschichten und erforscht menschliche Abgründe. Quasi Death Grips ohne überdrehte HipHop-Beats oder Swans in elektronisch. Wer die düstere und härtere erste Hälfte durchgestanden hat, wird in der zweiten mit ein paar Harmonien und ruhigeren Passagen belohnt. Stillhalten lohnt sich. Und »Hold/Still« lohnt sich auch.

Suuns

Hold/Still

Release: 15.04.2016

℗ 2016 Secretly Canadian

Suuns »Hold/Still« (Secretly Canadian / Cargo / VÖ 15.04.16)