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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

»Music For People In Trouble«

Susanne Sundfør

Zwischen Askese und Extravaganz: Die norwegische Sirene glänzt auch mit leisen Tönen. Leider reicht ihr das nicht. 
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Kein Album von Susanne Sundfør klingt wie das andere. Erhabene Klavier- und Gitarren-Balladen, dramatische Orchesterstücke, melancholische Soundscapes, düster-tanzbarer Electro-Pop – alles war dabei. Mit ihrer »Musik für Menschen in Not« besinnt sich die Norwegerin nun auf ihre minimalistischeren Anfangstage, ohne ihren rastlosen Innovationsgeist zu vernachlässigen. Neu und durchaus gelungen sind die Country- und Jazz-Anleihen und die Spoken-Word-Experimente, die sich mit dunklen Electronica-Frickeleien, elegischen Suiten und pastoralen Folk-Oden aus Gitarre und Flöte vermischen.

Die zurückgenommene folkloristische Facette steht Sundfør gut, braucht doch eine Stimme wie ihre nicht dauernd das große Klanggewitter, das die 31-Jährige leider zu gerne entfesselt. So auch diesmal im Schlussstück »Mountaineers«, das Sundfør mit John Grant zunächst als sakral-asketische Dead-Can-Dance-Reminiszenz inszeniert und in einer zwar kurzen, aber bombastischen Synthie- und Chor-Orgie münden lässt, die weniger nach Gänsehaut als nach Ressourcenverschwendung klingt. Die Kosten dieses Mini-Spektakels hätte man vielleicht besser für Not leidende Menschen gespendet.

Susanne Sundfør

Music For People In Trouble

Release: 08.09.2017

℗ 2017 Sonnet Sound Ltd under exclusive license to Bella Union