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Lovebites

Super 700

Nach dem selbst betitelten Debüt von 2006 kehrt das Berliner Septett nun mit seinem zweiten Album zurück.
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Nach dem selbst betitelten Debüt von 2006 kehrt das Berliner Septett nun mit seinem zweiten Album zurück. Vorschußlorbeeren und gefeierte Live-Performances sind schon längst im Archiv, der Hype um das von Gordon Raphael produzierte Debüt ist längst verpufft - Zeit also für eine neue Standortbestimmung der drei Ramadani-Schwestern und ihrer tighten Band.

Mit dem Opener "Tango" geht es auch gleich krawallig los, drückend öffnen die Musiker ihren Klangkosmos zwischen Jazzrock und verletzlichem Indie-Geplänkel für den Gesang von Frontfrau Ibadet Ramadani und der Background-Familie Ilirjana und Albana. Im weiteren Verlauf tänzeln Super 700 dann leichtfüßig zwischen fröhlich-melancholischem Frühlingssound ("Somebody Tries To Steal My Car") und stimmungsschwankenden Dur/Moll-Eskapaden wie z. B. "Rosebud" hin und her, bis sie beim eklektischen "Drive Too Fast" nach längerem Zögern in orientalische Endzeitstimmung verfallen. Zwischendurch finden sich mehrere einminütige Sprengsel aus Klang und Gesang, die andeuten, wie viel Arbeit darin steckt, das ganze Projekt nach einem locker eingespielten Schnellschuss klingen zu lassen. Doch dafür ist "Lovebites" viel zu clever, zu eingängig und komplex zugleich, als dass es sich solchen Kategorien aussetzen müsste. Eine Platte, die jedes Wiederhören belohnt, jedes Mal Neues offenbart und trotzdem schon bei der Premiere wie eine alte Bekannte anmutet.



Für "Lovebites" habt ihr nach Gordon Raphael mit Rob Kirwan wieder einen bekannten Produzenten ins Boot geholt. Wieso habt ihr euch für Kirwan entschieden, und wie unterscheidet er sich von Raphael?
Ibadet: Wir suchten bei dieser Platte nach was Neuem und wollten auch einen kompakteren Arbeitsprozess. Dafür war Rob der Richtige. Die Zusammenarbeit mit Gordon Raphael basierte eher auf einem gemeinsamen Experimentieren über einen längeren Zeitraum, Rob hatte während der fünf Wochen Aufnahmezeit als Produzent und Engineer die Zügel strenger in der Hand.
Vorab gab es zum Album eine EP mit Remixes der ersten Single "Tango" von Robert Lippok (To Rococo Rot) und Mense Reents (Egoexpress) zum freien Download. Wie kam es dazu?
Michael: Da wir lange nichts von uns hören ließen, dachten wir, das wäre ein schöner Weg, mal wieder "Hallo" zu sagen und "Tango" plus Remixe als Mini-Vorab-EP zu präsentieren. Unser Gitarrist Johannes hatte eine Platte gemischt, an der Robert Lippok beteiligt war, und ihn auf diesem Weg gefragt, ob er Lust hätte, einen Remix zu machen, und zur Ergänzung fragten wir noch Mense Reents.
"Lovebites" klingt gleichzeitig zugänglicher und verschlossener als das Vorgängeralbum "Super 700". Würdet ihr dem zustimmen? Und wenn Ja, war es ein bewusster Prozess, in einigen Songs aus dem bisherigen Super-700-Sound auszubrechen?
I: Es sind zwei Jahre seit dem letzten Album vergangen, und während der zwei Jahre entstand auch immer mehr der Wunsch, die Songs bei den Aufnahmen schneller auf den Punkt zu bringen. Wir haben uns auch mehr getraut, Songmaterial wegzulassen, wenn es nicht überlebenswichtig war für den Song.
M: Für uns ist es aber eine konsequente Entwicklung innerhalb unseres Sounds, vielleicht werden an der einen oder anderen Stelle neue Ecken und Kanten hörbar, aber wir hatten bei der zweiten Langspielplatte noch nicht das Gefühl, uns neu erfinden zu müssen.