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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

»Twentytwo In Blue«

Sunflower Bean

Das zweite Album von Sunflower Bean zeigt, dass der Band mit dem Erwachsenwerden die Experimentierfreude ein Stück weit verloren gegangen ist.

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Schon früh wurde Sunflower Bean von der Kritik eine rosige Zukunft vorhergesagt. Das Indie-Trio hatte 2016 ein vielversprechendes Debütalbum vorgelegt: »Human Ceremony« war wild, psychedelisch und unvorhersehbar. Zwei Jahre später veröffentlicht die Band nun mit »Twentytwo In Blue« ein Album, das sich inhaltlich vor allem mit Zeitgeschehen und Vergänglichkeit beschäftigt. Schon der Titelsong greift das Thema des Älterwerdens auf: »If I could do it, I would stay young for you«, singt Julia Cumming, die neben ihrer Musikkarriere auch für Yves Saint Laurent und andere bedeutende Modeschöpfer modelt.

Anders als beim Debüt finden sich auf »Twentytwo In Blue« deutliche Parallelen zum Soft Rock der 1970er: Songs wie »Burn It« oder »Crisis Fest« könnten durchaus auch von Haim stammen. Textlich geht es bei Letzterem um das politisch turbulente vergangene Jahr: »2017 we know reality’s one big sick show. Every day’s a crisis fest.« Doch der Song beschäftigt sich weniger mit konkreten Ereignissen, vielmehr geht es um Revolte und die Kraft der Jugend, um Dinge zu ändern. Neben Retro-Einflüssen enthält die LP auch viel Garage-Surf-Rock à la Best Coast, wie man ihn auch schon auf dem Vorgänger hörte. Doch trotz solcher Ausflüge in die Vergangenheit liegen die Highlights nach wie vor in den träumerischen Duetten von Cumming und Gitarrist Nick Kivlen, die das Album mehr als versöhnlich abrunden.

Sunflower Bean

Twentytwo in Blue

Release: 23.03.2018

℗ 2018 Lucky Number Music Limited