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emotional rescue

Sun

Für das Mönchengladbacher Quartett steht nach einer personellen Umbesetzung und einer längeren Schaffenspause in diesen Tagen eine Menge auf dem Spiel der knallharten Branche. Ihr Wittener Label "GUN" steht zwar ("BMG ARIOLA" sei Dank) auch nach zwei eindeutig hinter den (Verkaufs-)Erwartungen zurüc
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Autor: intro.de

Für das Mönchengladbacher Quartett steht nach einer personellen Umbesetzung und einer längeren Schaffenspause in diesen Tagen eine Menge auf dem Spiel der knallharten Branche. Ihr Wittener Label "GUN" steht zwar ("BMG ARIOLA" sei Dank) auch nach zwei eindeutig hinter den (Verkaufs-)Erwartungen zurückgebliebenen Alben hinter ihnen, dennoch ist sich der sympathische Frontmann Jörg Schröder darüber im klaren, daß dies keine (erfolglose) Ewigkeit so sein wird, wenn letztendlich nicht Zählbares unter dem Strich steht.
Während es beim Vorgänger "Jam House Wah" eigentlich überhaupt keine Kompositionen im herkömmlichen Sinne gab (das gesamte Material stammte von Jam-Sessions mit First-Takes), erscheint der frei betitelte Neuling "XXXX" beinahe wie eine Mammutproduktion. "Wir haben eigentlich jede Platte anders gemacht", verdeutlicht Jörg die neue Vorgehensweise, "und diesmal lief es eben den traditionellen Weg: Demos - Vorproduktion - längere Hauptproduktionszeit. Aber ich weiß nicht, ob ich darauf nochmal Bock hätte. Es war nämlich furchtbar anstrengend."
Die Schwierigkeit sei neben den unmenschlichen Verhältnissen, an schwülheißen Sommertagen in sauerstoffarmen Studios Hochleistungen zu bringen, vor allem das Problem gewesen, den Songs nach allen gezielten Bearbeitungen die ursprünglichen Emotionen "... wiederzugeben". Um auch die Räumlichkeiten den jeweiligen Anforderungen gerecht werden zu lassen, wurde an den gleichen Songs in verschiedenen Studios gefeilt, durch gezieltes Arbeiten hielt man die Kosten aber dennoch möglichst gering. Die Tatsache, daß 55% des gesamten Budgets für den letztendlich Sound-entscheidenden 6-Tage-Mix des High-End-Technikers Harald Lepschiess (bekannt aus der Funk- & Fernsehwerbung - GRÖNEMEYER, BAP etc.) ausgegeben wurde, zeigt deutlich, wo die Schwerpunkte bei den Aufnahmen lagen. Trotz aller Soundtüfteleien atmen die "modernen Rocksongs" - wie das grandiose Opus "Stupid Tom" oder das balladeske "Discharge" - nicht zuletzt durch Jörgs unverfälschten Gesang das pure Leben mit einer hörbaren Intensität, immer noch kommen sie aus dem Bauch und nicht aus der synthetischen Rock-Maschinerie. Und genau das ist es, was eine Band wie SUN anno 1995 wirklich auszeichnet: der pure Spaß an der Musik nämlich.
"Im Moment habe ich das Glück, mit SUN Platten aufnehmen und damit die Zeit wie ein Fotoalbum konservieren zu können. Ich will Musik machen. Und solange ich die Möglichkeit habe, werde ich das auch tun; ob ich letztendlich 'ne Platte machen kann oder nicht!"