×

Lieber Leser, bitte wähle deinen Ansprechpartner aus:

Fragen an die Redaktion

Werbung auf Intro.de

Werbung im Intro Magazin

Intro Abo

Fragen zum Vertrieb

×

INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

For Hero : For Fool

Subtle

Wenn Why? Anticons Beck ist, dann ist Doseone Anticons David Byrne. Das ist zwar Quatsch, klingt aber gut. Böse Zungen könnten sagen, dass man dies auch über die neue Platte von Subtle – neben Doseone noch Jel und etliche andere Musiker – schreiben müsste. Andere meinen, dass die Gnarls-Barkley-Plat
Geschrieben am
Wenn Why? Anticons Beck ist, dann ist Doseone Anticons David Byrne. Das ist zwar Quatsch, klingt aber gut. Böse Zungen könnten sagen, dass man dies auch über die neue Platte von Subtle – neben Doseone noch Jel und etliche andere Musiker – schreiben müsste. Andere meinen, dass die Gnarls-Barkley-Platte so hätte klingen sollen. Obwohl eigentlich nie der Fall, stimmt es hier: Richtig ist in der Mitte. Die Verspieltheit und Kunstfertigkeit von Subtle zusammen mit dem Soul und den Popideen von Gnarls Barkley wäre ein veritabler Kracher. So bleibt auf jeder Seite jeweils ein Album mit Ansätzen. HipHop ist das im Falle von Subtle natürlich schon lange nicht mehr. Obwohl es durchaus einige Rapparts gibt. Doch Doseone versucht sich auch immer mehr an so einer Art Singsang. Was schade ist, denn seine ungewöhnliche Stimme kommt am besten in seinen Maschinengewehr-Raps. So wie damals beim Track auf dem Aesop-Rock-Album. Wobei das Maschinengewehr natürlich eher Seifenblasen im LSD-Design verschießt. Überhaupt herrschen Halluzinationen vor. Manchmal wähnt man sich sogar auf einer Party von Andre 3000 – ohne dessen Mainstream-Durchschlagskraft natürlich. Auch Laptop-Momente gibt es. Klar, Lex und Warp sind ja dicke Kumpels. Dann wird es sogar richtig poppig, mit Beatles-Harmonien und dem ganzen Zauber. Doch schnell verlässt man den Highway wieder und klettert in den Graben zurück. Wie sagte Neil Young über „Heart Of Gold“, seine Sonntagnachmittag-Kaffeetafelhymne: „This song put me in the middle of the road; travelling there soon become a bore so I headed for the ditch.“ Und Langeweile wollen Doseone und seine Bande gar nicht erst aufkommen lassen.