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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Leaving Songs

Stuart A. Staples

Auch wenn die Tindersticks wundervoll sind und die Kenntnis ihrer Musik unerlässlich ist für jeden - etwas langweilig wurde es doch, nachdem sich jedes ihrer letzten Alben immer wieder relativ ähnlich angehört hatte. Für mich war dieser Zeitpunkt in etwa nach “Curtains” erreicht, nichtsdestotrotz li
Geschrieben am
Auch wenn die Tindersticks wundervoll sind und die Kenntnis ihrer Musik unerlässlich ist für jeden – etwas langweilig wurde es doch, nachdem sich jedes ihrer letzten Alben immer wieder relativ ähnlich angehört hatte. Für mich war dieser Zeitpunkt in etwa nach “Curtains” erreicht, nichtsdestotrotz liebe ich speziell diese Platte immer noch heiß und innig. Richtig erfrischend war es da, als letztes Jahr Stuart Staples’ Solodebüt “Lucky Dog Recordings 03-04” auf den Markt kam. Denn es hatte erstaunlich aufgeräumte Arrangements und wechselte die altbekannte Tindersticks-Atmosphäre endlich mal ab, sodass mehr Platz blieb für die Aura der atemberaubenden und unerreichten Stimme Staples’. Nun erscheint eine zweite Sammlung von Staples-Solosongs unter dem Titel “Leaving Songs”, und ich will nicht hoffen, dass diese Überschrift programmatisch für die Arbeit mit seiner Hauptband steht, auf die ich gerade wieder richtig Lust bekommen habe. Ein Hoffnungsschimmer könnte sein, dass sich Staples in der Art, seine Stücke zu arrangieren, wieder dem opulenten Nouvelle-Vague-Schema der Tindersticks angenähert hat. Obwohl er, und hier liegt der Teufel im Detail, ein gänzlich anderes Umfeld für seine Aufnahmen genutzt hat. Nämlich die Musiker- und Studiokapazitäten von Nashville unter der Direktion von Lambchop-Produzent Mark Nevers. Dadurch bekam “Leaving Songs” einen sachten Calexico-Einschlag, auch aufgrund der Bläser und ein paar auf der Platte enthaltener Duette mit Folk/Country-Sängerinnen. So ist “Leaving Songs” eine weniger stringente Abkehr vom altbekannten Tindersticks-Sound als “Lucky Dog ...”, dafür liegt der Reiz der Platte in einer breiteren Abstrahierung der Staples zur Verfügung stehenden Stimmungselemente. Dadurch ist sie eine mehr als respektable Erweiterung seiner überlebensgroßen Diskografie.