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»Eyes On The Lines«

Steve Gunn

Mit »Eyes On The Lines« ist dem Blues-Gitarristen Steve Gunn ein brillantes Singer/Songwriter-Album gelungen. Auf der Straße immer im Blick: der Mittelstreifen bis zum Horizont. 
Geschrieben am
Über die Anzahl von Steve Gunns Soloalben ranken sich Gerüchte zwischen drei und irgendwas, diverse Kollaborationen nicht eingerechnet. In den Fokus dürfte das umtriebige Gitarren-Genie spätestens seit seinem kurzen Gastspiel in Kurt Viles Band The Violaters geraten sein. Denkt man sich jetzt noch The War On Drugs dazu, ist der Referenzrahmen von »Eyes On The Lines« schon grob abgesteckt: Dekonstruierte Blues-Passagen dominieren transzendierende Klanglandschaften, die neben urbanen Brooklyn-Einflüssen auch eine große Portion Präriestaub ausatmen. »Night Wander« verneigt sich in lässiger Zurückhaltung vor The Grateful Dead, während »Wild Conditions« mit seinem poppigen Intro bezeugt, dass Gunn zwischen all den ausladenden Instrumental-Parts nie die Melodie aus den Augen verliert. An seinem Arbeitsgerät sind Gunn keine Grenzen gesetzt, aber der Typ ist eben auch ein begnadeter Storyteller und seziert detailliert die Beziehung von Mensch und Umwelt. So weit, so lost. Für Gitarrenfetischisten, die sich in den unendlichen Weiten des Americana-Universums heimisch fühlen, ist das Album ohnehin eine Pflichtveranstaltung. Alle übrigen klopfen sich den Staub aus der Jacke und ziehen weiter. Schämt euch!

Steve Gunn

Eyes on the Lines

Release: 03.06.2016

℗ 2016 Matador

Steve Gunn »Eyes On The Lines« (Matador / Beggars / Indigo / VÖ 03.06.16)