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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Marry Me

St. Vincent

Schräg fängt's an, schön geht's weiter. Wenn man als Sandwich-Kind zwischen acht Geschwistern im bibeltreuen Texas aufwächst, lässt sich eine gewisse Durchgeknalltheit wohl kaum vermeiden - kein Wunder also, dass sich die kleine Annie Clark schon früh in Musik geflüchtet und u. a. an selbstg
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Schräg fängt's an, schön geht's weiter. Wenn man als Sandwich-Kind zwischen acht Geschwistern im bibeltreuen Texas aufwächst, lässt sich eine gewisse Durchgeknalltheit wohl kaum vermeiden - kein Wunder also, dass sich die kleine Annie Clark schon früh in Musik geflüchtet und u. a. an selbstgebastelten Gitarren versucht hat. Oder, etwas später dann, zwischen Coltrane und Tennessee Williams hin und her gependelt ist. Ob man ihrer unverhohlen augenzwinkernden Aufforderung im Albumtitel demnach nachkommen sollte, würde ich persönlich mir sicher mehr als zwei Mal gut überlegen.

Wer schon immer eine klug dreinschauende Indie-Kate-Bush mit Hang zu absurd quietschigen Gitarrensoli und merkwürdigen Chören in eigentlich schönen Folksongs ehelichen wollte: bitte schön! Warum ihre Musik im Presseinfo aber der "Soundtrack zum Paris der Zwanzigerjahre" sein soll, weiß wohl nur der große Goldfisch. Stattdessen konstatieren wir: St. Vincent ist der Soundtrack zur künstlerischen Verarbeitung der Nachwirkungen des Aufwachsens in einer bibeltreuen texanischen Großfamilie. Klingt anstrengend und irgendwie lustig zu gleichen Teilen? Gut möglich.