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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Wall Of Soul

Spyritual

Was' das denn? Finnischer Jazz? Na, warum nicht, man kann ja nicht den ganzen Tag Aaviko hören. Bei Spyritual, einem neuen Signing auf Kitty-Yo, gilt es erst mal, die Initialskepsis zu überwinden: der in verschnörkelter Fantasy-Schrift hingezeichnete Bandname (Spionen-Rituale?), das verwunschene Es
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Was' das denn? Finnischer Jazz? Na, warum nicht, man kann ja nicht den ganzen Tag Aaviko hören. Bei Spyritual, einem neuen Signing auf Kitty-Yo, gilt es erst mal, die Initialskepsis zu überwinden: der in verschnörkelter Fantasy-Schrift hingezeichnete Bandname (Spionen-Rituale?), das verwunschene Eso-Cover oder der Wortspiel-Brüller "Wall Of Soul". Die vierzehn Stücke sind stark an arrangierten Jazz-Epen geschult, die organischen Trackverläufe und die gestrichenen Drum-Becken erinnern an Cinematic Orchestra, wobei Spyritual gerne mal eher strukturlos Phrasen repetieren und nicht vor der Gefälligkeit des Bar-Jazz zurückschrecken. Mit elektronischen Nuancen und einigen Vocal-Tracks, wie man sie ähnlich auf Bugge Wesseltofts Jazzland-Label hören kann, sprengt das Duo aber nicht gerade gängige Konventionen innerhalb der Fusion von Jazz und Elektronika. Das umtriebige Mann/Frau-Duo Juha Tuukkanen und Terhi Koivisto aus Helsinki geht im klassischen Sinne an eine Zusammenführung heran: Von der elektronischen Musik rühren die repetitiven Patterns her, vom skandinavisch beeinflussten Light-Jazz die Trompetentupfer und Melodieschleier, die stellenweise leider stark mit dem verwandt sind, was man hierzulande Chill-out nennt und aus jedem Friseursalon auf die Straße strömt.