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Oben macht den Meister

Sport

Das ist eine gute Sache: Die Hamburger Gruppe Sport soll endlich mal hinausgetragen werden aus dem sexy Verschlag, in dem sie seit fast zehn Jahren lebt. Sexy Verschlag bedeutet dabei so viel, dass sie immer wieder als eine der aufregendsten (quasi) unsigned Bands galten. Und jetzt ist es so weit: S
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Das ist eine gute Sache: Die Hamburger Gruppe Sport soll endlich mal hinausgetragen werden aus dem sexy Verschlag, in dem sie seit fast zehn Jahren lebt. Sexy Verschlag bedeutet dabei so viel, dass sie immer wieder als eine der aufregendsten (quasi) unsigned Bands galten. Und jetzt ist es so weit: Sport machen richtig ernst, und das Trio um Songschreiber Felix Müller (zudem bei Kante und Boy Division aktiv) nennt die Platte auch sofort kokett übergeschnappt “Aufstieg und Fall der Gruppe Sport”. Felix, der mit seinen Jungs gerade beim Label zur Vertragsunterzeichnung und auf ein Glas Sekt weilt, weist aber gleich drauf hin, dass man sich selbst gefälligst im Aufsteigen sehe.

Und dieser Titel aus dem Tourbus, der an “Ziggy Stardust”, das alte Rom und Edgar Allan Poe erinnert, ist genau genommen mehr als nur ein Gag auf Bier. Handelt die Platte doch lose, aber unverkennbar davon, wie es ist, Band zu sein. Wie man sich aufführt als Vorgruppe, sich in Stadienrocker reinträumt und dann doch wieder realistisch bleibt. Kunstvoll daran ist, dass Felix das nicht tagebuchhaft auslebt, sondern Figuren erschafft, sich Szenerien ausdenkt, Fallhöhen betrachtet – ohne die große Authentizitäts-Keule des Musikers, der sich letztlich immer nur selbst erzählt. Musikalisch geben Sport dabei nicht mehr so den verträumten Kante-Soundalike wie auf der letzten Platte (“These Rooms Are Made For Waiting”), sondern wieder mehr den griffigen US-Indie (à la Built To Spill oder Modest Mouse) mit deutschen Texten. Genau für den sich daraus ergebenden Sound ist die Band ja auch Subkultur-berühmt. Viel Spaß beim Aufstieg – erstes Basislager ist Minimum!