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So war’s: Wu-Tang 4ever um Mitternacht vor dem Bagger

Splash! 2010

Nachdem Ferropolis, die "Stadt aus Eisen", 2009 erstmals als Spielstätte des Splash! Festivalsdebütierte und überzeugte, drehte sich auch 2010 wieder alles um Beats und Bagger und einige Klassiker des HipHop-Genres.
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Nachdem Ferropolis, die "Stadt aus Eisen", 2009 erstmals als Spielstätte des Splash! Festivalsdebütierte und überzeugte, drehte sich auch 2010 wieder alles um Beats und Bagger und einige Klassiker des HipHop-Genres.
 
Schon am Donnerstag wurde schnell klar, warum sich ein großer Teil der Musikbegeisterten auf dem Gelände des ehemaligen Braunkohletageabbaus einfand, der Wu-Tang Clan war in aller Munde und auf vielen T-Shirts.
 
Am Freitag machten allerdings erstmal Snaga & Pillath den Anfang. Mit einer gewohnten Dichte an Punchlines konnten die beiden Rapper aus dem Ruhrpott zumindest teilweise überzeugen. Weiter ging es mit unglaublichen Up-Tempo-Rap von Tech N9ne aus Kansas City. Als um 19:45 Uhr der Wahlkölner Olli Banjo die Mainstage betrat, zeigte sich das Publikum enorm bewegungsfreudig. Der als einer der besten Live-MCs Deutschlands gehandelte Rapper, riss mit seinem langjährigen Backup-Rapper Manolito Mengele beinahe die Vulcano Stage ab. Auch die zwei Tracks seines Rockprojekts, die Banjo zum Schluss seiner Show vorstellte, fanden Gefallen beim Publikum. Als wenige Minuten später "Cream" durch die Boxen ertönte und Tausende ihre Hände zu einem W formten, betrat Reakwon die Bühne und gab einen Vorgeschmack auf den Wu-Tang Clan Auftritt am Samstag. Der "King of Rap", Kool Savas, begeisterte im Anschluss in gewohnter Bestform. Highlight und krönender Abschluss des Tages, waren dann Nas & Damian "Jr. Gong" Marley, die Rap-Legende aus Queens (NY) und der Sohn von Bob Marley zeigten auf eine unglaubliche Weise wie sich Rap und Reggae verbinden lässt. Anschließend konnte man den Tag, mit Denyo & DJ Mad die bis in die frühen Morgenstunden im Samoa Tent auflegten, ausklingen lassen.
 
Am Samstag wurde es "tight, Alta!", dader Berliner Harris mit seinem unverwechselbaren Charme für 60 Minuten die Bühne einnahm. Die französische Formation IAM, die bereits seit über 20 Jahren besteht, brachte anschließend ein Stück französische HipHop-Kultur auf’s Splash! Auch der einsetzende Regen konnte die überragende Atmosphäre beim Auftritt der Boot Camp Clik nicht mindern, als nach 30 Minuten dann noch Heltah Skeltah die Bühne betraten, die bereits im vergangenem Jahr die Aruba Stage rockten, stand einem gelungenem Abend nichts mehr im Wege. Um 00:00 Uhr war es dann soweit, das Warten hatte sich gelohnt. RZA, GZA, Method Man, Inspectah Deck, Ghostface Killah, U God, Raekwon und Masta Killa waren endlich da. Die Möglichkeit den Wu-Tang Clan einmal in Vollbesetzung live erleben zu können, brachte die Stimmung vor der Mainstage zum kochen. Die vor allem mit Klassikern aus dem 1993erAlbum "Enter the Wu-Tang (36 Chambers)" gespickte Show bildete den Höhepunkt eines gelungenen Festivaltages. Wer nach der Euphorie keineKonditionsschwäche aufwies, konnte sich um 03:30 Uhr vom mehrfachen DMC World Champ DJ Rafik im Samoa Tent weiter begeistern lassen.
 
Bei gefühlten 40 Grad am Sonntag,hatten Creme Fresh und anschließend Rah Digga  akuten Publikumsmangel, wobei die Wenigen vor der Bühne versuchten dies nach Kräften wett zu machen. Erst wenige Minuten vor dem Auftritt von Masta Ace & Edo G füllte sich der Platz vor der Vulcano Stage. Der gebürtige New Yorker und sein Bostoner Kollege präsentierten unter anderem das gemeinsame Kollabo-Album „Arts & Entertainment“, das 2009 erschien. Die mittlerweile etwas in die Jahre gekommenen Rapper legten eine unglaubliche Bühnenshow hin und hatten das Publikum bis zum Schluss fest in ihren Händen. Vorletzter Act des Tages war dann Samy Deluxe,der wie im vergangenen Jahr mit eigener Band angereist war. Mit Stücken wie "Weck mich auf" und "Hin & Her" begeisterte der "Wickeda-MC" auf ganzer Linie. Als Zugabe brachte der Hamburger "100 Bars" a cappella, dieses Feuerwerk an Reimen dürfte vielen Besuchern noch lange in Erinnerung bleiben. Der Hauptact am Sonntag hieß dann Missy Elliott, die umgeben von zehn Tänzern die Bühne betrat. Spätestens als "Get ur freak on" durch die Boxen ertönte, ließ sich auch der Letzte mitreißen. Die Rapperin, Sängerin, Songwriterin und Produzentin ließ es sich nicht nehmen, während des Auftritts über die Brüstung zu steigen, um in den Fans zu baden.
 
Und noch während am Montag danach die riesigen Müllvorkommen nach und nach abtransportiert wurden, stieg unaufhaltsam die Vorfreude auf das kommende Splash!...