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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Dreamt For Light Years In The Belly Of A Mountain

Sparklehorse

Klar, wer so einen obskuren Traum haben will, um ihn als Albumtitel für seine neue Platte zu nutzen, braucht dafür mindestens fünf Jahre. Oder viel Fantasie. Letzteres würde ich Mark Linkous ohne weiteres zutrauen, trotzdem dauerte es so lang von der letzten bis zur vorliegenden Veröffentlichung. Un
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Klar, wer so einen obskuren Traum haben will, um ihn als Albumtitel für seine neue Platte zu nutzen, braucht dafür mindestens fünf Jahre. Oder viel Fantasie. Letzteres würde ich Mark Linkous ohne weiteres zutrauen, trotzdem dauerte es so lang von der letzten bis zur vorliegenden Veröffentlichung. Und immer noch hält ihm das Majorlabel die Stange. Wieso bloß? An großen Verkaufszahlen kann es nicht liegen. Sparklehorse ist eine Band, die man sich als Major leistet, so wie die Flaming Lips. Denn Linkous ist und bleibt und war immer ein unverbesserlicher Kauz, ähnlich wie E von den Eels. Und danach klingen die zwölf Songs der neuen Platte auch. Mal ist ihm danach, ein Stück auf nahezu konventionelle Rocksong-Größe aufzublasen, dann belässt er es wieder bei ein bisschen Gitarrengeklimper und etwas Geräusch. „Shade And Honey“ und „Some Sweet Day“ hat er zu an Grandaddy erinnernden potenziellen Pophits gespritzt, das Titelstück am Ende der Platte lässt er dann wieder instrumental vor sich hin surren. Keine Frage, Linkous ist ein Genie, ein von Gott geküsster Songwriter. Und er verweigert sich einer zu stringenten stilistischen Zuschreibung, scheißt auf eine mögliche geforderte Anzahl an singlewürdigen Stücken. Seine Art zu arrangieren ist durch und durch intuitiv, er will nicht konsequent etwas aussagen. Er will schauen, was passiert. Seine Musik ist keine, die den Hörer aufrichtet und ihm seinen Weg weist, sie will keinen State of the Art aufzeigen. Sie ist dazu da, um sich in ihr fallen zu lassen. Und dafür ist sie so ziemlich die beste, die es gibt.