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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

»Days Are Gone«

Spalter zu Haim

Die Geschichte von drei putzigen Schwestern, die mit catchy Melodien und viel Charme auszogen, das Gute im College-Radio zu retten. Doch reichen Liebreiz und DNA-Überschneidungen wirklich, um das große Ding zu sein, als das die Band aus L.A. gehandelt wird?
Geschrieben am
+ Unsere Sommerausgabe #215 schmückten die drei Schwestern aus Los Angeles. Wir konnten einfach nicht mehr warten, auch wenn das Album erst im Herbst, also jetzt, erscheinen sollte. Die EPs und Singles im Vorlauf hatten uns mit ihrem entwaffnenden Pop-Entwurf bereits sturmreif geballert. »Days Are Gone« stellt so auch in keiner Weise eine Überraschung, sondern vielmehr nur die letztliche Erfüllung dar. Ein Glück. So schön Teasen und Vorspiel auch sein mögen, irgendwann möchte man ja doch die ganze Platte hören. Und die verknüpft das Beste an Bananarama und den Bangles mit dem Songwriting einer Juliana Hatfield – trotz seiner klassischen Erscheinung wirkt das Ganze dabei an keiner Stelle wie nur ein weiteres Retro-Phänomen. Haim verknoten leicht funky 80er-Radiopop mit dem Wissen und Sounds aus dem Hier und Jetzt. Charmant, pointiert und zwingend. Darauf einschlagen zu wollen ist ja skandalös.
(Linus Volkmann)

 
– Willkommen im Gruselkabinett des Checker-Konsens’. Haim haben es mit »Days Are Gone« geschafft, ein Album aufzunehmen, das so langweilig ist, dass es niemand wirklich scheiße finden will oder darf. Einflüsse aus den 80er-Jahren und ab und zu eine Prise 90er-R’n’B à la TLC scheinen offensichtlich über jeden Zweifel erhaben zu sein. Warum überhaupt? Dieser Sound, den irgendwer mal geistesabwesend mit Folk-R’n’B betitelt hat, mag zwar bei der Single »The Wire« noch halbwegs Spaß machen und ist möglicherweise auch halbwegs tanzbar, aber auf ein ganzes Album gestreckt ergibt sich nur ein höchst repetitiver Wust, der mindestens genauso unspannend ist wie die Geschichte der drei Schwestern, die als Kinder zusammen mit ihren Eltern auf Wohltätigkeitsveranstaltungen aufgetreten sind und nun ihr eigenes Ding machen. Schnarch. Hätte man wenigstens den Motown, den man damals coverte, ein wenig mit einfließen lassen, wäre das Album vielleicht noch interessant geworden. Stattdessen gibt es leider nur Hipster-Pop für die Massen. Schade.
(Florian Genau)

Vertigo Berlin (Universal Music)

Days Are Gone