×

Lieber Leser, bitte wähle deinen Ansprechpartner aus:

Fragen an die Redaktion

Werbung auf Intro.de

Werbung im Intro Magazin

Intro Abo

Fragen zum Vertrieb

×

INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

»Amok«

Spalter zu Atoms For Peace

Traritrara, die Supergroup ist da: Atoms For Peace – das sind keine Geringeren als Thom Yorke (Radiohead), Flea (Red Hot Chili Peppers) und weitere gestandene Männer aus den Charts.
Geschrieben am
+ Klar – von einer Platte, an der der legendäre Radiohead-Sänger und der nicht minder legendäre Red-Hot-Chili-Peppers-Bassist beteiligt sind, mehr zu erwarten liegt nahe. Man könnte aber auch versuchen, die großen Namen hinter Atoms For Peace auszublenden und nur auf das zu hören, was »Amok« tatsächlich ausmacht. Wobei man zugeben muss, dass das gar nicht so einfach ist. Schließlich schwebt Thom Yorkes Markenzeichen-Singsang zentral über den Stücken. Doch das allein ist natürlich nicht alles, keinesfalls ruhen sich Atom For Peace darauf aus. Was dahinter steht, sind unglaublich dichte und liebevoll arrangierte Stücke, die sich aus einem Blickwinkel des Listening-Techno von etwa Dial Records hochklassig in das Genre einfügen. Genau deshalb ist es so toll, dass diese Supergroup nicht, wie so viele andere Supergroups vorher, auf offensichtliche Effekte setzt, sondern sich ganz der kleinteiligen Studioarbeit hin zu einem homogenen Bandsound hingegeben hat. Manche der Stücke könnten sogar aus der Spätphase Portisheads stammen, das Tüpfelchen auf dem I wäre daher sicher ein Duett mit Beth Gibbons gewesen. Aber auch eine Supergroup kann nicht überall sein. Ansonsten ist »Amok« ein wahrlich geglücktes Experiment darin, Laptop-Produktionen und kollektive Bandarbeit miteinander zu verweben.
(Christian Steinbrink)

– Oh weh, beim »Spalter« antreten gegen das schlurfende Musiklexikon Christian Steinbrink und den beliebten Thom Yorke feat. eine All-Star-Opitruppe? Habe ich mir da vielleicht doch zu viel zugetraut? Erleichterung verschafft der erste Höreindruck, denn diese Kombination aus überspannter Chill-out-Musik und einem Thom Yorke mit mäandernder Kopfstimme hat vermutlich bloß allen Beteiligten bei der Produktion viel Freude bereitet. Eine Frage, die sich die erfolgssaturierten Herren Künstler dabei aber sicher nicht gestellt haben, ist: Was bitte soll der einfache Hörer am Abspielgerät denn zu dieser Musik machen? Liebe mal eher nicht. Auch Tanzen fällt reichlich schwer, zu unentschlossen und ziellos pluckert der Beatteppich, dessen Programmierung bestimmt 1000 Stunden gedauert hat, vor sich hin. Und so profane Reaktionen wie Begeisterung über tolles Songwriting sind auch nicht erwünscht. Denn das hier ist schließlich superpersönliche Klangkunst, und da hat man sich gefälligst erst einmal durchzuquälen. Alle Radiohead-Fans, die heimlich darauf warten, dass ihr Thom mal wieder so was wie »Creep« rauslässt, werden wieder heimlich enttäuscht sein. Und dem Rest ist eh nicht zu helfen.
(Benjamin Walter)

Xl/Beggars Group (Indigo)

Amok (Deluxe Edition - Strictly Limited)