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Space Is Only Noise

Nicolas Jaar

Der gebürtige Chilene Nicolas Jaar feiert auf seinem Debütalbum den Beinahe-Stillstand mit ziemlich viel Drive.
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Der gebürtige Chilene Nicolas Jaar feiert auf seinem Debütalbum den Beinahe-Stillstand mit ziemlich viel Drive.

»Don't Believe The Hype«, hieß es auf einer der 2010er-Maxis des zwanzigjährigen New Yorkers Nicolas Jaar. Natürlich in Anspielung auf Public Enemy, aber auch als ironischer Kommentar auf den anhaltenden Rummel um die eigene Person. Als junges Genie, das die elektronische Tanzmusik mal wieder komplett auf den Kopf gestellt habe, ist er schon gefeiert worden. Jaar ist derzeit nicht der einzige umtriebige Entschleuniger, doch vermutlich gehört er zu den radikalsten.

Man erinnere sich nur an den seltsam fantastischen Überhit »Time For Us«, der am Ende abschmiert wie HALs »Hänschen klein« in »2001«, nicht ohne den Klang des Abschaltens noch mit integriert zu haben. Der Moment des Beinahe-Stillstehens als Höhepunkt, denn Zeitgefühl sei eben manipulierbar und alles spiele sich im Idealfall räumlich ab, sagt er in Interviews. Auf seinem Debütalbum finden sich kaum noch Stücke, die auch auf dem Dancefloor funktionieren würden. »Space I Only Noise« ist eine gedrosselte Soundtrackorgie aus Erik Satie, afrikanischer Musik, Slomo-House im Geiste Theo Parrishs sowie HipHop-Instrumentals, und selbst Ray Charles tönt zwischenzeitlich kurz mal auf. Doch dafür, dass diese Musik so häufig stillzustehen scheint, hat sie jede Menge Drive.

In drei Worten: ENTSCHLEUNIGT / RUMMEL / SLOMO-HOUSE