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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Technology Won’t Save Us

Sophia

Robin Proper-Sheppard wird es nicht gerne hören, aber seitdem er sich vom spärlich instrumentierten Sound der ersten Sophia-Alben verabschiedet hat, rutscht einem schnell der Vergleich mit The God Machine über die Lippen. Diese Entwicklung zeichnete sich ja schon bei „People Are Like Seasons“ ab, wo
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Robin Proper-Sheppard wird es nicht gerne hören, aber seitdem er sich vom spärlich instrumentierten Sound der ersten Sophia-Alben verabschiedet hat, rutscht einem schnell der Vergleich mit The God Machine über die Lippen. Diese Entwicklung zeichnete sich ja schon bei „People Are Like Seasons“ ab, wo er zum ersten Mal wieder wütende Rocksongs zuließ oder epische Mehrminüter, die einen sofort in die God-Machine-Zeit zurückbrachten. „Technology Won’t Save Us“ funktioniert da ähnlich. Es beginnt mit einem orchestralen Instrumental („the most expensive song I ever recorded“), führt über den möglichen „Oh My Love“-Nachfolge-Hit „Pace“ („pure and simple, a darkly positive pop song“) bis hin zu einem dröhnenden Finale („I really wanted the guitars to sound like you were getting your head cut of with a chainsaw“). Es wird also immer schwieriger, einzelne Songs als typische Sophia-Nummern durchzuwinken. Lediglich das tieftraurige „Big City Rot“, das Robins Sinnkrise bei den Aufnahmesessions thematisiert, und das ebenso simple wie schöne „Where Are You Now“ haben noch diesen Abnick-Effekt: Hach ja, Sophia. Traurig. Eingängig. Schön. Nur zu gut, dass er sich nicht auf die Masche verlässt, sondern seine Hörer eifrig herausfordert. Robin wusste wohl nicht recht, in welche Richtung der Sophia-Sound gehen sollte – also hat er einfach alle mal ausprobiert. So ist die Homogenität einer flirrenden Spannung gewichen, die es einem schwer macht, die Platte bloß nebenbei zu hören. Instrumentals treffen auf schleppende Balladen, beschwingte Songs mit tieftraurigen Lyrics („Lost“, ein Song über den Krebstod seiner Mutter) wechseln fast mit gut gelaunten Popsongs („Birds“) ab. Nur eines hat sich nicht geändert: „I still only write music about things that affect or inspire me personally.“ Wer sich also schon immer von Robins eindringlicher Ehrlichkeit belästigt fühlte, der sollte es lieber mit anderen Bands probieren. Tja, wer aber genau darauf steht, wird hier reich beschenkt.