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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Sonik Kicks

Paul Weller

Neben Geistesblitzen und kreativer Bündelung produziert der gern zum Modfather überhöhte Weller immer auch songfreies Geschwurbel – das ist die leidige Wahrheit. »Sonik Kicks« weiß davon zu tönen.
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Hat der Mensch erst einen Ruf erlangt, der sich durch hohe Reputation definiert, löst man sich nur ungern vom zementierten Bild. Mit Paul Weller verhält es sich genauso. Gern pathetisch als »Modfather« bezeichnet, wird er vor allem für seine musikalische Nischendifferenzierung gefeiert. Weller kann alles. Punkt. Egal, ob sich knietief in psychedelische Gefilde begeben, den klaren Popsong schreiben, es krachen lassen oder sich dem Motown zuwenden. Eine finale Überhöhung findet die mitunter absurde Heiligsprechung durch das ihm unterstellte exzessive Arbeitsethos, welches gerne auch im Zusammenhang mit seiner Working-Class-Herkunft romantisiert wird. Dass neben einigen Geistesblitzen und kreativer Bündelung immer auch songfreies Geschwurbel steht, ist die leidige Wahrheit über Paul Weller. So ist auch »Sonik Kicks« eine ambivalente Angelegenheit: Er probiert viel, hinter einem diesmal sehr modern gedachten Sounddesign kommt jedoch wenig zum Punkt. So sind es letztlich doch wieder Reminiszenzen an die glorreichen The-Jam-Tage, welche restlos überzeugen. Der purste Moment entsteht in »By The Waters«: eine kitschige, aber wunderschöne Ballade, in der für kurze Augenblicke der Mensch hinter der Maskerade sichtbar wird. Ansonsten hält Weller seine Hörerschaft mit einer zu raumgreifenden »Hallo Kunst«-Attitüde auf Distanz.

In drei Worten: Distanz / Geschwurbel / Modfather