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Songs

Rusko

Rusko dreht nicht nur Dub, Reggae und Dancehall gekonnt effektvoll durch die Mühle, sondern liebäugelt auch stets mit der Großraumdisco und geht damit so offensiv Richtung Mainstream, dass er wohl als Nächstes Britney produzieren darf.
Geschrieben am

Autor: intro.de

Schön, wie sich Genrebastards verselbstständigen. Die Bezeichnung »Bro’step« war ursprünglich als Diskreditierung für die respektlosen Dubstep-Verwurstungen US-amerikanischer Knöpfchendreher à la Skrillex gedacht, denen ihre englischen Kollegen den Hang zur Hedonismus-Dienstleistung übel nahmen. Mittlerweile nennt jemand wie der Produzent und DJ Rusko aus Leeds seinen farbenfrohen Sound von vorneherein selbst »Bro’step« und nimmt damit sauertöpfischen Puristen den Wind aus den Segeln. Im Unterschied zu Skrillex, dessen Laptop-Exzesse sofort hochpotente MDMA-Flashbacks verursachen, riecht Ruskos Mischung auf »Songs« aber extrem nach Ganja, segelt also stiltechnisch hauptsächlich gen Jamaika. Damit allein würde er gewiss nicht auf Diplos Qualitätslabel Mad Decent erscheinen, die entsprechenden Styles müssen schon mit absurden Kicks und Spielereien veredelt werden, und da sind natürlich die haarsträubendsten Basskapriolen König. Rusko dreht nicht nur Dub, Reggae und Dancehall gekonnt und effektvoll durch die Mühle, sondern liebäugelt auch stets mit der Großraumdisco und geht damit so offensiv Richtung Mainstream, dass er wohl als Nächstes Britney produzieren darf. Also hört man auf »Songs« den zukünftigen Sound der Pop-Ikone zuerst. Ob der dann Sis’step heißt?

In drei Worten: Bro’step / Ganja / Bass