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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Erste Impressionen

Sónar 2007

Thomas Venker am Telefon. Danke, gut. Und was geht auf dem Sónar?
Geschrieben am

Man konnte die Enttäuschung in Thomas Venkers verzerrter Telefonstimme heraushören: So richtig wollte das Sónar in den ersten beiden Tagen wohl noch nicht in Gang. Oder hat Murphy's Law dem Intro-Chefredakteur wieder ganz übel mitgespielt und die Party fand ohne ihn statt? Kann man sich ja nur mit entsprechend lebhafter Fantasie vorstellen. "Enttäuschend", stammelt Venker noch in sein Handy, wenngleich "strukturell überzeugend". Was heißt das jetzt im Klartext?

Beim Eröffnungsabend der Red Bull Music Academy im Yachtclub am Hafen trifft man allerlei illustre Gäste, Produzent, DJ- und Labelbetreiber Marco Passarani tanzt Ringelreihn mit Patrick Pulsinger. Interessant versprach am darauf folgenden Donnerstag der Themenabend Beijing Waves zu werden, der die zuletzt etwas stärker in den Fokus gerückte chinesische Punk- und Indie-Szene entsprechend zu würdigen gedachte, dann gab es mit der Band White aber laut Venker nur ein "langweiliges DAF-Ripoff, zehn Jahre zu spät!". Night Of The Brain, die neue Band des Techno-Producers Christian Vogel, kann den wenig genügsamen Handlungsreisenden dann auch nicht überzeugen: "Selbstverliebter Bassist. Gut gewollt, aber nicht geil abgeliefert. Keine guten Songs, hoffnungslos untight, dazu B-Movie-mäßige Texte über Katarstrophen in Techno-Clubs." Bahnt sich da ein mittelschweres Desaster an?

Mitnichten. Das Set von James Holden (Foto) im Sónar Village überzeugt dann doch, im Anschluss leitet das Showcase des japanischen Noble-Labels die Wende ein: Verträumte, introvertierte Elektronika mit Piana aus Japan. Abends dann noch das Gigolo-Showcase im Nizza, dem "besten Club Barcelonas" (Venker) mitgenommen - geht also doch was hier. Und heute? "Sunn)))O, Beastie Boys, Simian Mobile Disco, New Young Pony Club, ein eigener Ed Banger Floor, Dizzee Rascal, Cornelius, Digitalism, Skream - bei dem Booking macht es dann wieder Spaß, sich in die Clubs in den entlegenen Industriegebieten der Stadt vorzukämpfen." Alles wird also gut. In diesem Sinne: "Wiederhören!" (Venker).

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