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Solo Electric Bass 1

Squarepusher

Für Menschen, die beispielsweise in Prag gerne mal in Jazzkellern zu Absinth, Weißwein und Live-Musik rumlungern.
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Für Menschen, die beispielsweise in Prag gerne mal in Jazzkellern zu Absinth, Weißwein und Live-Musik rumlungern.

 

Bereits das 13. Album von Tom Jenkinson alias Squarepusher. Und seine Fans werden es schon längst wissen: Der Meister greift - wer hätte es bei dem Titel geahnt? - auf "Solo Electric Bass 1" ausschließlich zu seinem Lieblingsinstrument. Und zwar live in der Pariser cité de la musique, lediglich unterstützt von einem Verstärker.

Zudem verspricht uns Warp, dass Jenkinsons Bassspiel komplett unbearbeitet veröffentlicht wird. Und eins vorab: Squarepushers Virtuosität ist absolut umwerfend. Aber wussten wir das nicht eigentlich schon vorher? Überrascht es, wenn Jenkinson auf seinem selbst gebauten sechssaitigen Bass mal nach begnadetem Akustikgitarrenspiel, mal nach feurigem Funk klingt, wenn er plötzlich leichtfüßig und flink durch den Jazz, südamerikanische Musiken, ja letztlich durch sämtliche mögliche Noten, Harmonien und Skalierungen hüpft? Eher weniger. Was allerdings fasziniert, ist die Atmosphäre, die er dabei erzeugt. Das mal abstrakte Umschleichen, seine gefühlvollen und überraschenden Wendungen, seine plötzlich ausbrechende Intensität entführen den Hörer in neue Welten schönen Klangs. Besonders beeindruckt vor allem aber das An- und Abschwellen der Lautstärke und die daraus entstehende Räumlichkeit der Musik, Jenkinsons langsames, ja, zärtliches Schwelgen, das er gerne abrupt umkippen lässt in energetische Slap-Einlagen, und sonstige unglaubliche Fingerverrenkungsübungen in High-Speed. So wird die Musik lebendig. So befreit sie das Hören, löst alte Muster auf, da ständig neue erzeugt werden in rascher Folge. Das ist groß. Vor allem für Menschen, die beispielsweise in Prag gerne mal in Jazzkellern zu Absinth, Weißwein und Live-Musik rumlungern. In sonischen Zeiten des Dubstep und der Bassline-Welle ein verdammt witziger musikalischer Kontrapunkt, die Möglichkeiten des Instruments so auszuleuchten.